Einer der Fak¬≠to¬≠ren, die eine ange¬≠mes¬≠se¬≠ne Reak¬≠ti¬≠on auf die Kri¬≠se der Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaft so schwer machen, hat sei¬≠ne Ursa¬≠che dar¬≠in, wie tief die¬≠se Kri¬≠se in unse¬≠rem grund¬≠le¬≠gends¬≠ten Welt¬≠ver¬≠st√§nd¬≠nis ver¬≠wur¬≠zelt ist. Albert Ein¬≠steins ber√ľhm¬≠ter Aus¬≠spruch, dass man Pro¬≠ble¬≠me nie¬≠mals mit der¬≠sel¬≠ben Denk¬≠wei¬≠se l√∂sen kann, durch die sie ent¬≠stan¬≠den sind, war nie zutref¬≠fen¬≠der als heu¬≠te. In beson¬≠de¬≠rem Ma√üe gilt dies f√ľr vie¬≠le der der¬≠zei¬≠ti¬≠gen Ver¬≠su¬≠che, dem nahen¬≠den √Ėlf√∂r¬≠der¬≠ma¬≠xi¬≠mum zu begeg¬≠nen, die auf der¬≠sel¬≠ben Art von Logik beru¬≠hen, die uns erst in unse¬≠re heu¬≠ti¬≠ge Zwangs¬≠la¬≠ge gebracht hat, und deren ‚ÄúL√∂sun¬≠gen‚ÄĚ bes¬≠tens geeig¬≠net sind, unse¬≠re Lage noch wesent¬≠lich schlim¬≠mer zu machen, als sie ohne¬≠hin ist. 

Aus den Dut¬≠zen¬≠den guter Bei¬≠spie¬≠le daf√ľr, die sich jeden Tag in den Nach¬≠rich¬≠ten fin¬≠den, muss man unbe¬≠dingt den wirt¬≠schaft¬≠li¬≠chen R√ľck¬≠schlag¬≠ef¬≠fekt her¬≠aus¬≠he¬≠ben, der durch den Ver¬≠such der US-Regie¬≠rung, die strau¬≠cheln¬≠de √∂lba¬≠sier¬≠te Wirt¬≠schaft des Lan¬≠des durch Etha¬≠nol am Leben zu erhal¬≠ten, ver¬≠ur¬≠sacht wur¬≠de. Je mehr Mais und ande¬≠res Getrei¬≠de aus der Lebens¬≠mit¬≠tel¬≠ver¬≠sor¬≠gung in Auto¬≠tanks umge¬≠lenkt wer¬≠den, des¬≠to h√∂her stei¬≠gen die Prei¬≠se f√ľr Ver¬≠brauchs¬≠g√ľ¬≠ter, des¬≠to st√§r¬≠ker kommt es zu infla¬≠tio¬≠n√§¬≠ren Ket¬≠ten¬≠re¬≠ak¬≠tio¬≠nen √ľber die gesam¬≠ten wirt¬≠schaft¬≠li¬≠che Nah¬≠rungs¬≠ket¬≠te hin¬≠weg und des¬≠to wahr¬≠schein¬≠li¬≠cher wird es mit¬≠tel¬≠fris¬≠tig zu tat¬≠s√§ch¬≠li¬≠chen Nah¬≠rungs¬≠mit¬≠tel¬≠knapp¬≠hei¬≠ten kom¬≠men. Vor mehr als zwan¬≠zig Jah¬≠ren wies Wil¬≠liam Cat¬≠ton in sei¬≠nem bahn¬≠bre¬≠chen¬≠den Werk Over¬≠shoot dar¬≠auf hin, dass Men¬≠schen w√§h¬≠rend des Nie¬≠der¬≠gangs der Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaft gezwun¬≠gen sein w√ľr¬≠den, mit ihren eige¬≠nen Maschi¬≠nen um Res¬≠sour¬≠cen zu kon¬≠kur¬≠rie¬≠ren. Sei¬≠ne Vor¬≠aus¬≠sa¬≠ge ist heu¬≠te bereits Realit√§t. 

Das erin¬≠nert nicht zuletzt an eine aus der kogni¬≠ti¬≠ven Psy¬≠cho¬≠lo¬≠gie wohl¬≠be¬≠kann¬≠te Meta¬≠pher. Vor vie¬≠len Jahr¬≠hun¬≠der¬≠ten dach¬≠te sich irgend¬≠ein Schlau¬≠fuchs in S√ľd¬≠ost¬≠asi¬≠en eine Fal¬≠le aus, um Affen m√∂g¬≠lichst effi¬≠zi¬≠ent mit Hil¬≠fe ihrer eige¬≠nen Denk¬≠mus¬≠ter fan¬≠gen zu k√∂n¬≠nen. Die Fal¬≠le besteht aus einem Fla¬≠schen¬≠k√ľr¬≠bis, in den an einem Ende ein Loch gemacht wird, das gera¬≠de gro√ü genug ist, dass eine Affen¬≠hand hin¬≠durch¬≠passt. Am ande¬≠ren Ende wird ein star¬≠kes Seil befes¬≠tigt, das mit einem Holz¬≠pf¬≠lock im Boden ver¬≠an¬≠kert ist. Im Innern des Fla¬≠schen¬≠k√ľr¬≠bis wird irgend¬≠ein von den √∂rt¬≠li¬≠chen Affen gesch√§tz¬≠ter Lecker¬≠bis¬≠sen ver¬≠steckt, der so gro√ü ist, dass er nicht aus dem Beh√§lt¬≠nis gesch√ľt¬≠telt wer¬≠den kann. Man stellt die Fal¬≠le an einem h√§u¬≠fig von Affen besuch¬≠ten Ort auf und wartet. 

Fr√ľ¬≠her oder sp√§¬≠ter kommt ein Affe vor¬≠bei, der die Nah¬≠rung riecht und eine Hand in den Fla¬≠schen¬≠k√ľr¬≠bis steckt, um sie sich zu holen. Das Loch ist aller¬≠dings zu schmal, als dass der Affe die Hand mit dem Lecker¬≠bis¬≠sen dar¬≠in her¬≠aus¬≠zie¬≠hen k√∂nn¬≠te, und weil der K√ľr¬≠bis mit Seil und Pflock fest¬≠ge¬≠macht wur¬≠de, kann der Affe ihn auch nicht weg¬≠schaf¬≠fen, also ver¬≠sucht er immer wie¬≠der, das Objekt sei¬≠ner Begier¬≠de mit der Hand her¬≠aus¬≠zu¬≠be¬≠kom¬≠men. Jetzt kann der J√§ger aus sei¬≠nem Ver¬≠steck kom¬≠men und sich dem Affen mit einem Netz (falls es einen Markt f√ľr leben¬≠de Affen gibt) oder st√§r¬≠ke¬≠ren Waf¬≠fen (falls nicht) in der Hand n√§hern. In der weit¬≠aus gr√∂√ü¬≠ten Zahl von F√§l¬≠len wird der Affe nicht etwa den Lecker¬≠bis¬≠sen los¬≠las¬≠sen und sich auf dem n√§chs¬≠ten Baum in Sicher¬≠heit brin¬≠gen, son¬≠dern sich ver¬≠zwei¬≠felt abm√ľ¬≠hen, die Spei¬≠se aus dem Fla¬≠schen¬≠k√ľr¬≠bis zu zer¬≠ren, bis sich das Netz √ľber ihn senkt oder der Kn√ľp¬≠pel zuschl√§gt. 

Die Fal¬≠le funk¬≠tio¬≠niert, weil sich Affen ‚Äď ganz genau wie wir ‚Äď in der Regel so stark auf das Errei¬≠chen unmit¬≠tel¬≠ba¬≠rer Zie¬≠le durch bekann¬≠te Mit¬≠tel kon¬≠zen¬≠trie¬≠ren, dass sie den gr√∂¬≠√üe¬≠ren Kon¬≠text von Prio¬≠ri¬≠t√§¬≠ten aus den Augen ver¬≠lie¬≠ren, der die¬≠sen Zie¬≠len erst ihre Bedeu¬≠tung ver¬≠leiht. Sobald der Affe die Nah¬≠rung im Fla¬≠schen¬≠k√ľr¬≠bis gero¬≠chen hat, defi¬≠niert er das Pro¬≠blem im Hin¬≠blick dar¬≠auf, wie er sie her¬≠aus¬≠be¬≠kom¬≠men kann, und ver¬≠sucht es auf bekann¬≠te Wei¬≠se, d. h. durch Mani¬≠pu¬≠la¬≠ti¬≠on von K√ľr¬≠bis und Nah¬≠rung, zu l√∂sen. Wenn dann der J√§ger auf¬≠taucht, nimmt das Pro¬≠blem dadurch nur einen dring¬≠li¬≠che¬≠ren Cha¬≠rak¬≠ter an, es scheint also dar¬≠um zu gehen, den Lecker¬≠bis¬≠sen her¬≠aus¬≠zu¬≠be¬≠kom¬≠men, bevor der J√§ger den Affen erreicht hat. Wenn man es auf die¬≠se Wei¬≠se for¬≠mu¬≠liert, ist das Pro¬≠blem nicht l√∂s¬≠bar. Nur wenn sich der Affe dar¬≠an erin¬≠nert, dass auch der sch√∂ns¬≠te Lecker¬≠bis¬≠sen einem toten Affen nicht schmeckt, und das Pro¬≠blem dahin¬≠ge¬≠hend umfor¬≠mu¬≠liert, wie er am schnells¬≠ten dem J√§ger ent¬≠kommt, kann er die Nah¬≠rung los¬≠las¬≠sen, sei¬≠ne Hand aus dem K√ľr¬≠bis zie¬≠hen und auf den n√§chs¬≠ten Baum fl√ľchten. 

Die Affen¬≠fal¬≠le scheint nicht gera¬≠de der Stoff zu sein, aus dem gro¬≠√üe Lite¬≠ra¬≠tur gemacht ist, aber exakt das glei¬≠che Dilem¬≠ma beherrscht die Hand¬≠lung von Die tra¬≠gi¬≠sche His¬≠to¬≠rie vom Dok¬≠tor Faus¬≠tus, der Bear¬≠bei¬≠tung des Faust¬≠stoffs durch den eng¬≠li¬≠schen Renais¬≠sance¬≠dich¬≠ter Chris¬≠to¬≠pher Mar¬≠lo¬≠we. In Mar¬≠lo¬≠wes Sicht¬≠wei¬≠se ist Faust ein geschei¬≠ter¬≠ter Intel¬≠lek¬≠tu¬≠el¬≠ler, der das gesam¬≠te Schul¬≠wis¬≠sen sei¬≠ner Epo¬≠che gemeis¬≠tert hat und es doch als wert¬≠los ver¬≠wirft, weil er es nicht in Macht umm√ľn¬≠zen kann. Daher beschw√∂rt er den Teu¬≠fel Mephis¬≠to¬≠phe¬≠les her¬≠auf, der ihm vier¬≠und¬≠zwan¬≠zig Jah¬≠re der Herr¬≠schaft √ľber die welt¬≠li¬≠chen Erschei¬≠nun¬≠gen im Aus¬≠tausch gegen sei¬≠ne unsterb¬≠li¬≠che See¬≠le bie¬≠tet. Faust geht freu¬≠dig auf den Han¬≠del ein und macht sich dar¬≠an, w√§h¬≠rend des Gro√ü¬≠teils der n√§chs¬≠ten neun Sze¬≠nen auf alle erdenk¬≠li¬≠chen Arten √ľber die Str√§n¬≠ge zu schla¬≠gen, unter¬≠st√ľtzt von einem stets unter¬≠w√ľr¬≠fi¬≠gen Mephis¬≠to¬≠phe¬≠les, der ihm jeden Wunsch (bis auf den einen) von den Lip¬≠pen abliest. Schlie√ü¬≠lich sind die vier¬≠und¬≠zwan¬≠zig Jah¬≠re ver¬≠gan¬≠gen, und Schlag Mit¬≠ter¬≠nacht st√ľrzt sich eine Rot¬≠te Teu¬≠fel auf Faust und zerrt ihn in die H√∂lle. 

All dies ist bereits in dem deut¬≠schen Volks¬≠buch ange¬≠legt, das Mar¬≠lo¬≠we als Roh¬≠ma¬≠te¬≠ri¬≠al f√ľr sein St√ľck dien¬≠te. Was sei¬≠ne Ver¬≠si¬≠on zu einem der gr√∂√ü¬≠ten Dra¬≠men des Eliza¬≠be¬≠tha¬≠ni¬≠schen Eng¬≠lands macht, ist hin¬≠ge¬≠gen sein tie¬≠fes psy¬≠cho¬≠lo¬≠gi¬≠sches Ver¬≠st√§nd¬≠nis der Faust‚Äôschen Ver¬≠damm¬≠nis. Faust ist bei¬≠na¬≠he das gesam¬≠te St√ľck √ľber nur um Haa¬≠res¬≠brei¬≠te davon ent¬≠fernt, dem Pakt zu ent¬≠rin¬≠nen, der ihn zu sei¬≠nem Ver¬≠h√§ng¬≠nis f√ľh¬≠ren wird. Er m√ľss¬≠te nichts wei¬≠ter tun, als sich von dem Pakt und all den damit ein¬≠her¬≠ge¬≠hen¬≠den Macht¬≠be¬≠fug¬≠nis¬≠sen und Ver¬≠gn√ľ¬≠gun¬≠gen los¬≠zu¬≠sa¬≠gen, und sei¬≠ne See¬≠le w√§re geret¬≠tet ‚Äď aber genau dazu ist er nicht imstan¬≠de. Er setzt der¬≠art aus¬≠schlie√ü¬≠lich auf sei¬≠ne Zau¬≠ber¬≠kr√§f¬≠te und gew√∂hnt sich so sehr dar¬≠an, all sei¬≠ne Bed√ľrf¬≠nis¬≠se dadurch zu erf√ľl¬≠len, dass er Mephis¬≠to¬≠phe¬≠les her¬≠um¬≠kom¬≠man¬≠diert, dass er schlicht nicht mehr dar¬≠auf kommt, irgend¬≠et¬≠was auf irgend¬≠ei¬≠ne ande¬≠re Wei¬≠se errei¬≠chen zu k√∂n¬≠nen. Selbst ganz am Schluss noch, als die Teu¬≠fel ihn schon weg¬≠zer¬≠ren, sind sei¬≠ne letz¬≠ten Wor¬≠te ein Hil¬≠fe¬≠schrei an Mephis¬≠to¬≠phe¬≠les, er m√∂ge ihn doch retten. 

Die Logik der Affen¬≠fal¬≠le durch¬≠dringt das gesam¬≠te Sze¬≠na¬≠rio, denn der Affe und Faust ver¬≠hed¬≠dern sich im Wesent¬≠li¬≠chen in der glei¬≠chen Art von Fall¬≠stri¬≠cken. Bei¬≠de haben bis¬≠her erfolg¬≠reich ihre Pro¬≠ble¬≠me mit Hil¬≠fe einer bestimm¬≠ten Metho¬≠de gel√∂st ¬¨‚Äď der Affe durch Mani¬≠pu¬≠la¬≠ti¬≠on von Objek¬≠ten mit sei¬≠ner Hand, Faust durch die Beschw√∂¬≠rung Mephis¬≠to¬≠te¬≠les‚Äô, damit die¬≠ser sich dar¬≠um k√ľm¬≠mert. Bei¬≠de ste¬≠hen vor einem Pro¬≠blem, dass den Anschein erweckt, als k√∂n¬≠ne es auf die glei¬≠che Wei¬≠se gel√∂st wer¬≠den, was aber gar nicht stimmt. Bei¬≠de ver¬≠su¬≠chen immer wei¬≠ter, ihre bew√§hr¬≠te Pro¬≠blem¬≠l√∂¬≠sungs¬≠me¬≠tho¬≠de ein¬≠zu¬≠set¬≠zen, auch wenn die¬≠se ein¬≠deu¬≠tig nicht funk¬≠tio¬≠niert. Selbst wenn sich die wah¬≠ren Aus¬≠ma¬≠√üe des Pro¬≠blems offen¬≠ba¬≠ren und die Not¬≠wen¬≠dig¬≠keit zum Umden¬≠ken zu einer Fra¬≠ge des √úber¬≠le¬≠bens wird, m√ľhen sie sich wei¬≠ter¬≠hin ab, um das Pro¬≠blem, f√ľr die von ihnen gew√§hl¬≠te L√∂sung geeig¬≠net zu machen, anstatt die L√∂sung an das tat¬≠s√§ch¬≠li¬≠che Pro¬≠blem anzupassen. 

Mephis¬≠to¬≠phe¬≠les und der Affen¬≠j√§¬≠ger haben hier¬≠bei einen ent¬≠schei¬≠den¬≠den Ver¬≠b√ľn¬≠de¬≠ten: den Stress. Es ist kei¬≠ne gro¬≠√üe Kunst, einen Schritt zur√ľck¬≠zu¬≠tre¬≠ten und eine n√ľch¬≠ter¬≠ne Lage¬≠be¬≠ur¬≠tei¬≠lung vor¬≠zu¬≠neh¬≠men, wenn reich¬≠lich Zeit ist und kein Anzei¬≠chen f√ľr eine Gefahr besteht. Ganz anders sieht es hin¬≠ge¬≠hen aus, wenn man dies ange¬≠sichts einer dro¬≠hen¬≠den Gefahr f√ľr das √úber¬≠le¬≠ben tun soll. Sobald die tat¬≠s√§ch¬≠li¬≠che Lage klar ist, set¬≠zen Stress¬≠me¬≠cha¬≠nis¬≠men ein, die im Ner¬≠ven¬≠sys¬≠tem von Men¬≠schen und Affen fest¬≠ver¬≠drah¬≠tet sind und es aus¬≠ge¬≠spro¬≠chen schwer machen, die Situa¬≠ti¬≠on objek¬≠tiv neu zu bewer¬≠ten und √ľber alter¬≠na¬≠ti¬≠ve Reak¬≠tio¬≠nen nach¬≠zu¬≠den¬≠ken. Die Schluss¬≠sze¬≠ne in Mar¬≠lo¬≠wes Dra¬≠ma, in der Faust dar¬≠auf war¬≠tet, dass die Uhr Mit¬≠ter¬≠nacht schl√§gt, und auf jeden erdenk¬≠li¬≠che Wei¬≠se ver¬≠sucht, sei¬≠nem Ver¬≠h√§ng¬≠nis zu ent¬≠rin¬≠nen, au√üer auf der einen, die ihn tat¬≠s√§ch¬≠lich ret¬≠ten w√ľr¬≠de, macht die¬≠ses Dilem¬≠ma mit ersch√ľt¬≠tern¬≠der Inten¬≠si¬≠t√§t deutlich. 

Das¬≠sel¬≠be Dilem¬≠ma liegt im gr√∂¬≠√üe¬≠ren Ma√ü¬≠stab den momen¬≠ta¬≠nen Anstren¬≠gun¬≠gen zugrun¬≠de, den bevor¬≠ste¬≠hen¬≠den R√ľck¬≠gang der Welt-√Ėlf√∂r¬≠de¬≠rung dadurch zu bew√§l¬≠ti¬≠gen, dass man irgend¬≠ei¬≠nen Ersatz fin¬≠det, den man in unse¬≠re Ben¬≠zin¬≠tanks sch√ľt¬≠ten kann: Etha¬≠nol, Bio¬≠die¬≠sel, Was¬≠ser¬≠stoff ‚Äď was auch immer. Unse¬≠re mit √Ėl ange¬≠trie¬≠be¬≠nen Fahr¬≠zeu¬≠ge ‚Äď nicht nur Autos, son¬≠dern auch die Lkws, Z√ľge, Schif¬≠fe und Flug¬≠zeu¬≠ge, die unse¬≠ren der¬≠zei¬≠ti¬≠gen Lebens¬≠stil m√∂g¬≠lich machen ‚Äď sind der Lecker¬≠bis¬≠sen in der Hand des Affen und der Pakt, der Mephis¬≠to¬≠phe¬≠les in die Diens¬≠te von Faust zwingt. Das Pro¬≠blem des weit¬≠wei¬≠ten √Ėlf√∂r¬≠der¬≠ma¬≠xi¬≠mums wird selbst inner¬≠halb der Peak-Oil-Sze¬≠ne oft¬≠mals aus¬≠schlie√ü¬≠lich unter dem Aspekt betrach¬≠tet, wie wir einen ande¬≠ren Weg fin¬≠den k√∂n¬≠nen, wei¬≠ter¬≠hin unse¬≠re Autos voll¬≠zu¬≠tan¬≠ken. Die¬≠se Annah¬≠me scheint eini¬≠ger¬≠ma¬≠√üen ver¬≠n√ľnf¬≠tig, aber das denkt der Affe auch, wenn er ver¬≠sucht, den Lecker¬≠bis¬≠sen aus dem Fla¬≠schen¬≠k√ľr¬≠bis zu zerren. 

Wenn man das Peak-Oil-Pro¬≠blem als Fra¬≠ge defi¬≠niert, wie man einen Ersatz fin¬≠den kann, um unse¬≠ren Rie¬≠sen¬≠ap¬≠pe¬≠tit auf hoch¬≠kon¬≠zen¬≠trier¬≠te Ener¬≠gie¬≠tr√§¬≠ger zu befrie¬≠di¬≠gen, ist es eben¬≠so wenig l√∂s¬≠bar wie das Affen¬≠fal¬≠len-Pro¬≠blem, wenn die¬≠ses unter dem Aspekt defi¬≠niert wird, wie der Affe an etwas zu essen kom¬≠men kann. Durch die Ent¬≠de¬≠ckung und Aus¬≠beu¬≠tung der pla¬≠ne¬≠ta¬≠ren √Ėlvor¬≠kom¬≠men ist der Mensch¬≠heit ein uner¬≠war¬≠te¬≠tes Geschenk an mehr oder weni¬≠ger gra¬≠tis ver¬≠f√ľg¬≠ba¬≠rer Ener¬≠gie in fan¬≠tas¬≠ti¬≠schem Umfang in den Scho√ü gefal¬≠len, und jetzt set¬≠zen wir alles dar¬≠an, die¬≠sen Gewinn so schnell wie m√∂g¬≠lich zu ver¬≠feu¬≠ern. Ange¬≠sichts des dro¬≠hen¬≠den R√ľck¬≠gangs der √Ėlver¬≠sor¬≠gung geht es nun nicht mehr dar¬≠um, irgend¬≠ein ande¬≠res Geschenk eben¬≠so schnell zu ver¬≠feu¬≠ern oder eine ande¬≠re Art der Ener¬≠gie¬≠ver¬≠sor¬≠gung f√ľr eine Zivi¬≠li¬≠sa¬≠ti¬≠on zu fin¬≠den, deren Wei¬≠ter¬≠be¬≠stehen unauf¬≠l√∂s¬≠lich an einen gar¬≠gan¬≠tu¬≠es¬≠ken Ener¬≠gie¬≠ver¬≠brauch gekop¬≠pelt ist, son¬≠dern dar¬≠um, unse¬≠re Erwar¬≠tun¬≠gen und unse¬≠re Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie so dras¬≠tisch zur√ľck¬≠zu¬≠fah¬≠ren, dass bei¬≠des zu dem wesent¬≠lich beschei¬≠de¬≠ne¬≠ren Ener¬≠gie¬≠an¬≠ge¬≠bot passt, das uns in Zukunft aus erneu¬≠er¬≠ba¬≠ren Ener¬≠gie¬≠quel¬≠len zur Ver¬≠f√ľ¬≠gung ste¬≠hen wird. 

Zu erwar¬≠ten, dass irgend¬≠ein ande¬≠rer Ener¬≠gie¬≠tr√§¬≠ger in eben¬≠sol¬≠chem Aus¬≠ma√ü und mit dem¬≠sel¬≠ben Grad an Kon¬≠zen¬≠triert¬≠heit wie Erd¬≠√∂l zur Ver¬≠f√ľ¬≠gung ste¬≠hen wird, nur weil wird das gera¬≠de wol¬≠len, √§hnelt ein wenig der Erwar¬≠tung, man m√ľs¬≠se nach dem Ver¬≠pras¬≠sen eines gro¬≠√üen Lot¬≠to¬≠ge¬≠winns ein¬≠fach nur wie¬≠der Lot¬≠to spie¬≠len, um an fri¬≠sches Geld zu kom¬≠men. Die¬≠se Hal¬≠tung ist der gew√∂hn¬≠li¬≠chen Kon¬≠su¬≠men¬≠ten¬≠psy¬≠che aller¬≠dings so nahe, dass man sich leicht jeman¬≠den vor¬≠stel¬≠len kann, der sich in einer sol¬≠chen Lage befin¬≠det, alles ver¬≠blei¬≠ben¬≠de Geld in Lot¬≠to¬≠schei¬≠ne inves¬≠tiert und dadurch jede Chan¬≠ce ver¬≠wirkt, dem Bank¬≠rott zu ent¬≠rin¬≠nen, weil die ein¬≠zig m√∂g¬≠li¬≠che L√∂sung aus sei¬≠ner Sicht dar¬≠in besteht, wie¬≠der einen Lot¬≠to¬≠ge¬≠winn zu machen. Und dies wie¬≠der¬≠um ist exakt die Men¬≠ta¬≠li¬≠t√§t, die den der¬≠zei¬≠ti¬≠gen Ver¬≠su¬≠chen, die Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaft durch Umwand¬≠lung von Nah¬≠rungs¬≠mit¬≠teln in Brenn¬≠stof¬≠fe wei¬≠ter in Gang zu hal¬≠ten, zugrun¬≠de liegt. 

Faust ist viel¬≠leicht sogar ein bes¬≠se¬≠res Modell als der Affe, denn wie bei ihm ist unse¬≠re miss¬≠li¬≠che Lage das exak¬≠te Ergeb¬≠nis¬≠sen des¬≠sen, wor¬≠in wir am bes¬≠ten sind. Faust wur¬≠de der¬≠art von sei¬≠nen teuf¬≠li¬≠schen Die¬≠nern abh√§n¬≠gig, dass er die M√∂g¬≠lich¬≠keit aus den Augen ver¬≠lor, irgend¬≠et¬≠was ohne sie bewir¬≠ken zu k√∂n¬≠nen. Man muss nur ‚Äúteuf¬≠li¬≠sche Die¬≠ner‚ÄĚ durch ‚ÄúMaschi¬≠nen‚ÄĚ erset¬≠zen, und die Par¬≠al¬≠le¬≠le ist deut¬≠lich zu erken¬≠nen. Wir haben uns in einem Ma√üe dar¬≠an gew√∂hnt, Pro¬≠ble¬≠me dadurch zu l√∂sen, dass wir ener¬≠gie¬≠in¬≠ten¬≠si¬≠ve Tech¬≠no¬≠lo¬≠gien daf√ľr ent¬≠wi¬≠ckeln, dass wir in dem Moment, wenn die Tech¬≠no¬≠lo¬≠gien selbst zum Kern des Dilem¬≠mas wer¬≠den, kei¬≠nen Schim¬≠mer mehr haben, was wir √ľber¬≠haupt tun sol¬≠len. Wenn irgend¬≠ei¬≠ne der Errun¬≠gen¬≠schaf¬≠ten der letz¬≠te drei¬≠hun¬≠dert Jah¬≠re vor dem her¬≠an¬≠na¬≠hen¬≠den Kri¬≠sen¬≠stru¬≠del geret¬≠tet wer¬≠den sol¬≠len, m√ľs¬≠sen wir jetzt umden¬≠ken, bevor die sozia¬≠len, √∂ko¬≠no¬≠mi¬≠schen und poli¬≠ti¬≠schen Belas¬≠tun¬≠gen so dr√§n¬≠gend wer¬≠den, dass kla¬≠res Den¬≠ken unm√∂g¬≠lich wird und unse¬≠re mit fos¬≠si¬≠len Brenn¬≠stof¬≠fen betrie¬≠be¬≠nen teuf¬≠li¬≠schen Die¬≠ner p√ľnkt¬≠lich um Mit¬≠ter¬≠nacht erschei¬≠nen, um uns an einen Ort zu ver¬≠schlep¬≠pen, der Mar¬≠lo¬≠wes H√∂l¬≠le recht √§hn¬≠lich sehen wird. 

http://thearchdruidreport.blogspot.com/2007/03/faustus-and-monkey-trap.html

27.3.2007