Mit 14 verliert man sich gerne in Phänomenen, die einem später herzlich peinlich sind: Teenie-Musik, Elektronikbasteln, Bibelkreis. Oder, in meinem Fall, Science-Fiction. Woche um Woche fieberte ich dem Erscheinen der neuen Perry-Rhodan-Heftchen (1. und 4. Auflage) entgegen, verschlang alles aus Heynes SF-Taschenbuchreihe, das ich in die Finger bekam, und saß atemlos auf der vorderen Kante des Kinositzes, während Offizier Ripley sich mit den Kreationen H. R. Gigers herumschlug (die Kinoleute nahmen es damals mit der FSK nicht so genau). Ganz zu schweigen von den zahlreichen Folgen Raumschiff Enterprise und Mondbasis Alpha, in denen Abgesandte der Menschheit freiwillig oder unfreiwillig mit Warp-Antrieb oder durch „Wurmlöcher“ beschleunigt durchs Universum düsten und sich mit den verschiedensten außerirdischen Kulturen herumschlugen. Sogar Captain Future habe ich mir noch gegeben.

Irgendwann legt man das ab wie den Parka und die Puma-Turnschuhe, ohne die sich unsereins damals nicht aus dem Hause traute. Trotzdem blieb ich dem Weltraumfieber, das ich mir schon im Grundschulalter bei der Live-Übertragung der letzten Mondlandungen zugezogen hatte, noch ein paar Jahre länger treu, wenn auch in einem etwas realistischeren Modus. Ich träumte davon, als Astronaut auf der von Präsident Reagan angekündigten internationalen Raumstation (die damals noch Freedom heißen sollte) zu arbeiten, und begann ein Studium der Lauft- und Raumfahrttechnik – das ich bald wieder hinwarf, da man schon im Praktikum genötigt wurde, an irgendwelchen Kampfjets herumzuschrauben, was mir die tatsächlichen Berufsperspektiven in diesem Bereich nur allzu drastisch vor Augen führte: Maschinen bauen, die töten. Nach ein paar Semestern Physik hatte ich endgültig die Nase voll von Technik und Weltall und fand meine wahre Berufung dort, wo ich heute bin: bei Geschichte, Sprachen und Ökologie. Als die ISS endlich zusammengeschraubt war und im Orbit schwebte, war mir das so piepegal, als ob in Kanton ein Reiskorn vom Tisch gefallen wäre.

Andere sind nicht so leicht davongekommen. Weiterlesen