Eine heut¬≠zu¬≠ta¬≠ge weit ver¬≠brei¬≠te¬≠te schlech¬≠te Denk¬≠ge¬≠wohn¬≠heit besteht in der Annah¬≠me, dass der sozia¬≠le und √∂ko¬≠no¬≠mi¬≠sche Wan¬≠del aus¬≠schlie√ü¬≠lich ein Pro¬≠dukt mensch¬≠li¬≠cher Wil¬≠lens¬≠kraft und Anstren¬≠gung sei. Die¬≠ser Gedan¬≠ke liegt nat√ľr¬≠lich all den Ver¬≠schw√∂¬≠rungs¬≠theo¬≠rien zugrun¬≠de, die eine √§u√üerst beque¬≠me Art dar¬≠stel¬≠len, den √∂ko¬≠lo¬≠gi¬≠schen Rea¬≠li¬≠t√§¬≠ten aus dem Weg zu gehen, aber er taucht auch in den ver¬≠schie¬≠dens¬≠ten ande¬≠ren Zusam¬≠men¬≠h√§n¬≠gen auf, nicht zuletzt in den enthu¬≠si¬≠as¬≠ti¬≠schen, von diver¬≠sen Tei¬≠len des poli¬≠ti¬≠schen Spek¬≠trums auf¬≠ge¬≠stell¬≠ten Behaup¬≠tun¬≠gen, wir k√∂nn¬≠ten alle eine bes¬≠se¬≠re Zukunft haben, wenn wir nur in die H√§n¬≠de spuck¬≠ten und anfin¬≠gen zu arbeiten. 

Die¬≠se all¬≠zu simp¬≠le Annah¬≠me ist in jeder nur m√∂g¬≠li¬≠chen Hin¬≠sicht pro¬≠ble¬≠ma¬≠tisch, aber was ich beto¬≠nen m√∂ch¬≠te, ist der Umstand, dass dabei ‚Äď wie so oft im zeit¬≠ge¬≠n√∂s¬≠si¬≠schen Den¬≠ken ‚Äď der Fak¬≠tor Natur igno¬≠riert wird. Wie sehr wir uns auch anstren¬≠gen m√∂gen, eine von uns erw√ľnsch¬≠te Zukunft in die Rea¬≠li¬≠t√§t umzu¬≠set¬≠zen ‚Äď wenn das ver¬≠blei¬≠ben¬≠de Inven¬≠tar an nat√ľr¬≠li¬≠chen Res¬≠sour¬≠cen der Erde die Roh¬≠stof¬≠fe f√ľr die¬≠se Zukunft nicht mehr lie¬≠fern kann, wird das Gl√ľck uns fr√ľ¬≠her oder sp√§¬≠ter ver¬≠las¬≠sen. Und selbst wenn die ange¬≠streb¬≠te Zukunfts¬≠welt inner¬≠halb der unnach¬≠gie¬≠bi¬≠gen Begren¬≠zun¬≠gen der √∂ko¬≠lo¬≠gi¬≠schen Rea¬≠li¬≠t√§t umge¬≠setzt wer¬≠den k√∂nn¬≠te, wird sie doch ein Traum¬≠ge¬≠bil¬≠de blei¬≠ben, wenn es eine ande¬≠re Wirt¬≠schafts- oder Gesell¬≠schafts¬≠form schafft, die¬≠sel¬≠ben Zie¬≠le effi¬≠zi¬≠en¬≠ter zu erreichen. 

Die indus¬≠tri¬≠el¬≠le Wirt¬≠schafts¬≠wei¬≠se, die gera¬≠de lang¬≠sam, aber sicher auf den Kom¬≠post¬≠hau¬≠fen der Geschich¬≠te zusteu¬≠ert, ist schlie√ü¬≠lich auch nicht ent¬≠stan¬≠den, weil die Erd¬≠be¬≠woh¬≠ner irgend¬≠wie √ľber¬≠ein¬≠ge¬≠kom¬≠men w√§ren, sie gemein¬≠sam zustan¬≠de zu brin¬≠gen. Und auch die Welt¬≠eli¬≠ten, wenn man denn die poli¬≠ti¬≠schen Klas¬≠sen der ver¬≠schie¬≠de¬≠nen Kul¬≠tu¬≠ren der Welt so bezeich¬≠nen kann, haben eine sol¬≠che Ent¬≠schei¬≠dung nicht getrof¬≠fen; nat√ľr¬≠lich gab es Intri¬≠gen und R√§n¬≠ke der Indus¬≠tri¬≠el¬≠len, die ihr √Ąu√üers¬≠tes gaben, damit die¬≠se Gesell¬≠schafts¬≠form sich wei¬≠ter aus¬≠brei¬≠ten konn¬≠te, aber jede Men¬≠ge f√ľh¬≠ren¬≠der Grup¬≠pen in ande¬≠ren, kon¬≠kur¬≠rie¬≠ren¬≠den Kul¬≠tu¬≠ren haben Leben und Besitz daf√ľr ein¬≠ge¬≠setzt, sich gegen die¬≠se Aus¬≠brei¬≠tung zu weh¬≠ren ‚Äď ver¬≠geb¬≠lich. Die indus¬≠tri¬≠el¬≠le Zivi¬≠li¬≠sa¬≠ti¬≠on hat ihren Platz an der Son¬≠ne errun¬≠gen, weil die indus¬≠tri¬≠el¬≠le Pro¬≠duk¬≠ti¬≠ons¬≠wei¬≠se in einer Welt, in der fos¬≠si¬≠le Brenn¬≠stof¬≠fe ‚Äď wenn man nur danach gra¬≠ben oder boh¬≠ren woll¬≠te ‚Äď in H√ľl¬≠le und F√ľl¬≠le zur Ver¬≠f√ľ¬≠gung stan¬≠den, effi¬≠zi¬≠en¬≠ter war als die ihrer Riva¬≠len und es den Gemein¬≠schaf¬≠ten, die sie ein¬≠f√ľhr¬≠ten, erm√∂g¬≠lich¬≠te, auf Kos¬≠ten derer zu flo¬≠rie¬≠ren, die dies nicht taten. 

In glei¬≠cher Wei¬≠se wer¬≠den, je wei¬≠ter das indus¬≠tri¬≠el¬≠le Sys¬≠tem die Umwelt¬≠be¬≠din¬≠gun¬≠gen aus¬≠h√∂hlt, die Vor¬≠aus¬≠set¬≠zung sei¬≠nes Gedei¬≠hens sind, neue For¬≠men, die bes¬≠ser an die neu¬≠en Rea¬≠li¬≠t√§¬≠ten ange¬≠passt sind, den Indus¬≠tria¬≠lis¬≠mus von heu¬≠te bei¬≠sei¬≠te¬≠schie¬≠ben und sich an sei¬≠ne Stel¬≠le set¬≠zen. Im Bei¬≠trag der letz¬≠ten Woche habe ich skiz¬≠ziert, wie mei¬≠ner Ansicht nach die ers¬≠te die¬≠ser For¬≠men aus¬≠se¬≠hen k√∂nn¬≠te: eine Art von indus¬≠tri¬≠el¬≠ler √Ėko¬≠no¬≠mie ‚Äď die Man¬≠gel-Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaft ‚Äď, die auf Res¬≠sour¬≠cen¬≠na¬≠tio¬≠na¬≠lis¬≠mus setzt anstatt auf die Fata Mor¬≠ga¬≠na einer glo¬≠ba¬≠len Wirt¬≠schafts¬≠ord¬≠nung und die Ver¬≠tei¬≠lung von Ener¬≠gie und ande¬≠ren knap¬≠pen Res¬≠sour¬≠cen aus den H√§n¬≠den des Mark¬≠tes nimmt und in die der Poli¬≠tik legt. Die¬≠se Form nimmt um uns her¬≠um in den poli¬≠ti¬≠schen und Ener¬≠gie¬≠kon¬≠flik¬≠ten der Gegen¬≠wart lang¬≠sam Gestalt an; die Natio¬≠nen, die eine Man¬≠gel-Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaft im embryo¬≠na¬≠len Sta¬≠di¬≠um anstre¬≠ben, flo¬≠rie¬≠ren dem¬≠entspre¬≠chend, w√§h¬≠rend die¬≠je¬≠ni¬≠gen, die wei¬≠ter¬≠hin in den Pr√§¬≠mis¬≠sen des Zeit¬≠al¬≠ters des √úber¬≠flus¬≠ses gefan¬≠gen sind, den Preis daf√ľr zah¬≠len, den √∂ko¬≠lo¬≠gi¬≠schen Rea¬≠li¬≠t√§¬≠ten nicht ins Auge sehen zu wollen. 

Wie ich letz¬≠te Woche schon geschrie¬≠ben habe, mei¬≠ne ich aller¬≠dings, dass das Zeit¬≠al¬≠ter der Man¬≠gel-Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaft selbst¬≠be¬≠gren¬≠zend ist, weil die Aus¬≠beu¬≠tung der nicht-erneu¬≠er¬≠ba¬≠ren Res¬≠sour¬≠cen, auf denen es beru¬≠hen wird, nicht unbe¬≠grenzt lan¬≠ge fort¬≠ge¬≠setzt wer¬≠den kann. Wenn die¬≠se Res¬≠sour¬≠cen erst auf¬≠ge¬≠braucht sind, oder zumin¬≠dest so weit ersch√∂pft, dass es nicht mehr wirt¬≠schaft¬≠lich ist, ihre Aus¬≠beu¬≠tung zur Grund¬≠la¬≠ge einer Gesell¬≠schafts¬≠ord¬≠nung zu machen, wird es zu einer neu¬≠en Run¬≠de im Spiel des his¬≠to¬≠ri¬≠schen Wan¬≠dels kom¬≠men, bei der neue sozia¬≠le und wirt¬≠schaft¬≠li¬≠che For¬≠men die Struk¬≠tu¬≠ren der Man¬≠gel-Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaft ersetzen. 

An die¬≠sem Punkt k√∂nn¬≠ten wir uns in so etwas wie bekann¬≠tem Gebiet wie¬≠der¬≠fin¬≠den. Arch√§o¬≠lo¬≠gen auf der gan¬≠zen Welt haben gelernt, nach ver¬≠r√§¬≠te¬≠ri¬≠schen Anzei¬≠chen zu suchen, anhand derer eine kol¬≠la¬≠bier¬≠te Kul¬≠tur iden¬≠ti¬≠fi¬≠ziert wer¬≠den kann, und eines davon ist die Wie¬≠der¬≠ver¬≠wen¬≠dung alter Struk¬≠tu¬≠ren f√ľr neue Zwe¬≠cke. In den Rui¬≠nen der alten Maya-Stadt Tikal bei¬≠spiels¬≠wei¬≠se wur¬≠den die Hin¬≠ter¬≠las¬≠sen¬≠schaf¬≠ten der Men¬≠schen aus¬≠ge¬≠gra¬≠ben, die dort nach dem Zusam¬≠men¬≠bruch der klas¬≠si¬≠schen Maya-Kul¬≠tur leb¬≠ten. W√§h¬≠rend die¬≠ses letz¬≠ten, unspek¬≠ta¬≠ku¬≠l√§¬≠ren Nach¬≠worts zur Geschich¬≠te der Stadt wur¬≠den aus den Pal√§s¬≠ten der Her¬≠ren von Tikal die Heim¬≠st√§t¬≠ten einer klei¬≠nen Gemein¬≠schaft von Bau¬≠ern und J√§gern, die in den st√§d¬≠ti¬≠schen √úber¬≠res¬≠ten ein k√§rg¬≠li¬≠ches Dasein fris¬≠te¬≠ten und inmit¬≠ten des ver¬≠fal¬≠len¬≠den Glan¬≠zes ihre Koch¬≠feu¬≠er anz√ľn¬≠de¬≠ten und ein¬≠fa¬≠che Kera¬≠mik her¬≠stell¬≠ten. Das¬≠sel¬≠be Ph√§¬≠no¬≠men zeigt sich in den Rui¬≠nen von St√§d¬≠ten auf der gan¬≠zen Welt, und die Sci¬≠ence-Fic¬≠tion-Autoren unse¬≠rer eige¬≠nen Kul¬≠tur haben nicht ver¬≠s√§umt, das The¬≠mas als lite¬≠ra¬≠ri¬≠sches Motiv zu ver¬≠ar¬≠bei¬≠ten. Dem Gan¬≠zen liegt aller¬≠dings eine Fol¬≠ge¬≠rich¬≠tig¬≠keit zugrun¬≠de, die sel¬≠ten erkannt wur¬≠de: Wenn eine Kul¬≠tur zusam¬≠men¬≠bricht, besteht die effi¬≠zi¬≠en¬≠tes¬≠te Wirt¬≠schafts¬≠wei¬≠se oft¬≠mals dar¬≠in, ihre Hin¬≠ter¬≠las¬≠sen¬≠schaf¬≠ten als Roh¬≠ma¬≠te¬≠ri¬≠al zu nutzen. 

Um die Ursa¬≠che daf√ľr zu ver¬≠ste¬≠hen, ist ein klei¬≠ner Umweg zu dem n√ľtz¬≠li¬≠chen, von Howard T. Odum erfun¬≠de¬≠nen Kon¬≠zept der ‚ÄúEmer¬≠gy‚ÄĚ (embo¬≠di¬≠ed ener¬≠gy) zu machen, das im deutsch¬≠spra¬≠chi¬≠gen Raum als ‚Äúgraue Ener¬≠gie‚ÄĚ oder ‚Äúkumu¬≠lier¬≠ter Ener¬≠gie¬≠auf¬≠wand‚ÄĚ bekannt ist. Ganz grob gesagt ist die graue Ener¬≠gie der Gesamt¬≠be¬≠trag an Ener¬≠gie, der f√ľr die Her¬≠stel¬≠lung eines Guts oder das Erbrin¬≠gen einer Dienst¬≠leis¬≠tung auf¬≠ge¬≠wen¬≠det wur¬≠de, ein¬≠schlie√ü¬≠lich aller Ener¬≠gie- und Mate¬≠ri¬≠al¬≠fl√ľs¬≠se, die f√ľr das Ver¬≠f√ľg¬≠bar¬≠ma¬≠chen die¬≠ses Guts oder die¬≠ser Dienst¬≠leis¬≠tung erfor¬≠der¬≠lich waren. In einer Kaf¬≠fee¬≠tas¬≠se neben Ihrem Com¬≠pu¬≠ter bei¬≠spiels¬≠wei¬≠se steckt die Ener¬≠gie, die f√ľr den Abbau und die Ver¬≠ar¬≠bei¬≠tung der Ton¬≠er¬≠de, die Bereit¬≠stel¬≠lung und Mischung von Roh¬≠ma¬≠te¬≠ria¬≠li¬≠en f√ľr die Gla¬≠sur, die Feue¬≠rung des Brenn¬≠ofens sowie den Trans¬≠port der Roh¬≠ma¬≠te¬≠ria¬≠li¬≠en zur Fabrik und der fer¬≠ti¬≠gen Tas¬≠se zu Ihnen nach Hau¬≠se ben√∂¬≠tigt wur¬≠de. Die¬≠se Ener¬≠gie ist die in der Tas¬≠se ent¬≠hal¬≠te¬≠ne graue Ener¬≠gie: Ohne dass die¬≠ser Ener¬≠gie¬≠be¬≠trag auf¬≠ge¬≠wen¬≠det wird, gelangt kei¬≠ne Kaf¬≠fee¬≠tas¬≠se zu Ihnen ‚Äď oder jeden¬≠falls nicht auf die¬≠sem Wege. 

Wenn Ener¬≠gie bil¬≠lig und reich¬≠lich vor¬≠han¬≠den ist, spielt die graue Ener¬≠gie im Prin¬≠zip kei¬≠ne Rol¬≠le. Die Her¬≠ren von Tikal muss¬≠ten sich kei¬≠ne gro¬≠√üen Gedan¬≠ken machen, wie viel Ener¬≠gie ihre Arbeits¬≠trupps f√ľr Trans¬≠port, Bear¬≠bei¬≠tung und Auf¬≠rich¬≠tung der Stein¬≠s√§u¬≠len ihrer Pal√§s¬≠te auf¬≠wen¬≠de¬≠ten, eben¬≠so wenig wie ihre moder¬≠nen Gegen¬≠st√ľ¬≠cke hin¬≠sicht¬≠lich der Ener¬≠gie, die daf√ľr ben√∂¬≠tigt wird, Kaf¬≠fee¬≠tas¬≠sen und den Kaf¬≠fee, mit dem sie bef√ľllt wer¬≠den, um die hal¬≠be Welt zu trans¬≠por¬≠tie¬≠ren. Auf dem Weg nach unten im Anschluss an einen Kol¬≠laps wird die graue Ener¬≠gie hin¬≠ge¬≠gen zu einem √úber¬≠le¬≠bens¬≠fak¬≠tor von Schl√ľs¬≠sel¬≠be¬≠deu¬≠tung, denn die am reich¬≠lichs¬≠ten spru¬≠deln¬≠de Quel¬≠le ver¬≠f√ľg¬≠ba¬≠rer grau¬≠er Ener¬≠gie sind die √úber¬≠bleib¬≠sel der kol¬≠la¬≠bier¬≠ten Zivi¬≠li¬≠sa¬≠ti¬≠on. F√ľr die √úber¬≠le¬≠ben¬≠den des Zusam¬≠men¬≠bruchs von Tikal war es wesent¬≠lich effi¬≠zi¬≠en¬≠ter, ihren Unter¬≠schlupf in den ver¬≠fal¬≠len¬≠den Pal√§s¬≠ten eines l√§ngst ver¬≠gan¬≠ge¬≠nen Zeit¬≠al¬≠ters zu suchen und ihre √§u√üerst beschr√§nk¬≠ten Res¬≠sour¬≠cen dar¬≠auf zu kon¬≠zen¬≠trie¬≠ren, in einer gesch√§¬≠dig¬≠ten Umwelt ihr √úber¬≠le¬≠ben zu orga¬≠ni¬≠sie¬≠ren, als irgend¬≠wo am Ran¬≠de der Rui¬≠nen¬≠stadt eige¬≠ne Unter¬≠k√ľnf¬≠te zu errichten. 

Die unglaub¬≠li¬≠chen Men¬≠gen an Ener¬≠gie, die von den Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaf¬≠ten der heu¬≠ti¬≠gen Welt so bei¬≠l√§u¬≠fig ver¬≠schleu¬≠dert wer¬≠den, d√ľrf¬≠ten die¬≠se Stra¬≠te¬≠gie nur noch wett¬≠be¬≠werbs¬≠f√§¬≠hi¬≠ger machen, nach¬≠dem erst die Res¬≠sour¬≠cen, auf denen die Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaft beruht, den Weg der Reich¬≠t√ľ¬≠mer Tikals genom¬≠men haben. Stahl, das heu¬≠te am h√§u¬≠figs¬≠ten ver¬≠wen¬≠de¬≠te Metall, bie¬≠tet ein gutes Bei¬≠spiel. Ein 15 Meter lan¬≠ger, in einem Hoch¬≠haus ver¬≠bau¬≠ter Stahl¬≠tr√§¬≠ger ent¬≠h√§lt eine Rie¬≠sen¬≠men¬≠ge an grau¬≠er Ener¬≠gie, denn das Erz ‚Äď heut¬≠zu¬≠ta¬≠ge in den USA meist min¬≠der¬≠wer¬≠ti¬≠ges Tako¬≠nit mit weni¬≠ger als 5 % Gewichts¬≠an¬≠teil an Eisen ‚Äď muss erst abge¬≠baut, geschmol¬≠zen, gerei¬≠nigt, gegos¬≠sen, geformt und √ľber wei¬≠te Ent¬≠fer¬≠nun¬≠gen trans¬≠por¬≠tiert wer¬≠den, bevor es Teil eines Neu¬≠baus wer¬≠den kann. 

Um den¬≠sel¬≠ben Stahl¬≠tr√§¬≠ger in einem Zeit¬≠al¬≠ter der Deindus¬≠tria¬≠li¬≠sie¬≠rung nut¬≠zen zu k√∂n¬≠nen, ben√∂¬≠tigt man hin¬≠ge¬≠gen nur eine Metall¬≠s√§¬≠ge, um ihn in hand¬≠li¬≠che Tei¬≠le zu zer¬≠schnei¬≠den, eine Kar¬≠re, um ihn weg¬≠zu¬≠trans¬≠por¬≠tie¬≠ren, sowie Schmie¬≠de¬≠ham¬≠mer, Amboss und eine Holz¬≠koh¬≠len¬≠es¬≠se, um ihn in N√§gel, Mes¬≠ser, Pflug¬≠scha¬≠re, S√§gen, Feu¬≠er¬≠waf¬≠fen und tau¬≠sen¬≠der¬≠lei ande¬≠re n√ľtz¬≠li¬≠che Din¬≠ge zu ver¬≠wan¬≠deln. Dar¬≠√ľber hin¬≠aus las¬≠sen die wirt¬≠schaft¬≠li¬≠chen Grund¬≠ge¬≠ge¬≠ben¬≠hei¬≠ten der Metall¬≠be¬≠ar¬≠bei¬≠tung in einer nicht¬≠in¬≠dus¬≠tri¬≠el¬≠len Gesell¬≠schaft die¬≠se Vor¬≠ge¬≠hens¬≠wei¬≠se sehr attrak¬≠tiv wer¬≠den, d√ľrf¬≠te doch ein 15 Meter l√§n¬≠ger Tr√§¬≠ger aus gew√∂hn¬≠li¬≠chem Bau¬≠stahl die Ver¬≠sor¬≠gung eines Dorf¬≠schmieds mit dem n√∂ti¬≠gen Roh¬≠ma¬≠te¬≠ri¬≠al √ľber einen l√§n¬≠ge¬≠ren Zeit¬≠raum sicherstellen. 

Der¬≠sel¬≠be k√∂nn¬≠te sein eige¬≠nes Roh¬≠ma¬≠te¬≠ri¬≠al zwar auch aus Rasen¬≠erz gewin¬≠nen, der tech¬≠ni¬≠schen Bezeich¬≠nung f√ľr Eisen¬≠sul¬≠fidab¬≠la¬≠ge¬≠run¬≠gen, die in den meis¬≠ten Feucht¬≠ge¬≠bie¬≠ten der gem√§¬≠√üig¬≠te Brei¬≠ten durch che¬≠mo¬≠syn¬≠the¬≠tisch akti¬≠ve Bak¬≠te¬≠ri¬≠en gebil¬≠det wer¬≠den. Rasen¬≠erz steht in gro¬≠√üen Men¬≠gen zur Ver¬≠f√ľ¬≠gung, schlie√ü¬≠lich ist es seit Jahr¬≠hun¬≠der¬≠ten nicht mehr kom¬≠mer¬≠zi¬≠ell genutzt wor¬≠den, und die meis¬≠ten Lager¬≠st√§t¬≠ten Nord¬≠ame¬≠ri¬≠kas, die abseits der Atlan¬≠tik¬≠k√ľs¬≠te lie¬≠gen, sind noch unbe¬≠r√ľhrt. Rasen¬≠erz l√§sst sich auf ein¬≠fa¬≠che Wei¬≠se in eine bear¬≠beit¬≠ba¬≠re Form brin¬≠gen ‚Äď in der V√∂l¬≠ker¬≠wan¬≠de¬≠rungs¬≠zeit oder im fr√ľ¬≠hen kolo¬≠nia¬≠len Ame¬≠ri¬≠ka gen√ľg¬≠ten daf√ľr ein¬≠fa¬≠che Holz¬≠koh¬≠le¬≠feu¬≠er ‚Äď, und das¬≠sel¬≠be gilt auch f√ľr Rost, also Eisen¬≠oxid, der haupt¬≠s√§ch¬≠li¬≠chen kom¬≠mer¬≠zi¬≠el¬≠len Quel¬≠le f√ľr Eisen¬≠erz in den Tagen, bevor enor¬≠me ener¬≠ge¬≠ti¬≠sche Sub¬≠ven¬≠tio¬≠nen in Form von fos¬≠si¬≠len Brenn¬≠stof¬≠fen die Nut¬≠zung min¬≠de¬≠rer Erze wie Tako¬≠nit erlaubten. 

Nichts¬≠des¬≠to¬≠trotz wird der von der heu¬≠ti¬≠gen Zivi¬≠li¬≠sa¬≠ti¬≠on f√ľr die Zukunft ein¬≠ge¬≠la¬≠ger¬≠te Stahl in kom¬≠mer¬≠zi¬≠el¬≠ler Hin¬≠sicht sehr viel attrak¬≠ti¬≠ver sein. Ein klei¬≠ner Teil davon besteht aus Hoch¬≠tem¬≠pe¬≠ra¬≠tur¬≠le¬≠gie¬≠run¬≠gen, zu deren Bear¬≠bei¬≠tung moder¬≠ne Tech¬≠no¬≠lo¬≠gie erfor¬≠der¬≠lich ist, aber der Gro√ü¬≠teil ‚Äď Tr√§¬≠ger, R√∂h¬≠ren, Auto¬≠fahr¬≠ge¬≠stel¬≠le, Stahl¬≠ble¬≠che und vie¬≠les mehr ‚Äď kann bei Tem¬≠pe¬≠ra¬≠tu¬≠ren geschmie¬≠det wer¬≠den, die sehr viel nied¬≠ri¬≠ger sind als die f√ľr das Schmel¬≠zen von Erz erfor¬≠der¬≠li¬≠chen, und die Qua¬≠li¬≠t√§t ist oben¬≠drein h√∂her. Dies ist die nat√ľr¬≠li¬≠che Quel¬≠le f√ľr Metall in Zeit¬≠al¬≠ter der Aus¬≠schlach¬≠tung, das auf die Epo¬≠che der Man¬≠gel-Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaf¬≠ten fol¬≠gen wird. Dar¬≠√ľber hin¬≠aus gibt es Mil¬≠li¬≠ar¬≠den von Ton¬≠nen davon √ľber die gesam¬≠te heu¬≠ti¬≠ge indus¬≠tri¬≠el¬≠le Welt ver¬≠streut, eine Ver¬≠sor¬≠gung, die den deindus¬≠tri¬≠el¬≠len Kul¬≠tu¬≠ren der Zukunft sehr lan¬≠ge rei¬≠chen wird. 

Man darf auch nicht ver¬≠ges¬≠sen, dass Stahl nur eines unter Hun¬≠der¬≠ten von Roh¬≠ma¬≠te¬≠ria¬≠len ist, die in den Rui¬≠nen der heu¬≠ti¬≠gen Gro√ü- und Klein¬≠st√§d¬≠te zu holen sein wer¬≠den. Dass in moder¬≠nen H√§u¬≠sern aller¬≠hand Alu¬≠mi¬≠ni¬≠um und Kup¬≠fer ver¬≠baut ist, hat sich inzwi¬≠schen her¬≠um¬≠ge¬≠spro¬≠chen, und eini¬≠ge der seit dem Plat¬≠zen der Immo¬≠bi¬≠li¬≠en¬≠bla¬≠se nicht mehr ver¬≠k√§uf¬≠li¬≠chen Ein¬≠hei¬≠ten wur¬≠den bereits ihrer Kup¬≠fer¬≠ka¬≠bel und Alu-Fens¬≠ter¬≠rah¬≠men beraubt, die von den Die¬≠ben zu hap¬≠pi¬≠gen Prei¬≠sen als Roh¬≠me¬≠tall wei¬≠ter¬≠ver¬≠kauft wer¬≠den. √úbri¬≠gens wer¬≠den wohl auch, wie ich in einer mei¬≠ner fik¬≠ti¬≠ven Vignet¬≠ten der deindus¬≠tri¬≠el¬≠len Zukunft aus¬≠ge¬≠malt habe, Tisch¬≠ge¬≠schirr und ande¬≠re Haus¬≠halts¬≠g√ľ¬≠ter in so aus¬≠rei¬≠chen¬≠der Zahl vor¬≠han¬≠den sein, dass √∂rt¬≠li¬≠che Gemein¬≠schaf¬≠ten ein oder zwei Spei¬≠cher¬≠h√§u¬≠ser zu ihrer Ein¬≠la¬≠ge¬≠rung reser¬≠vie¬≠ren k√∂nn¬≠ten, um ihre B√ľr¬≠ger je nach Bedarf dar¬≠un¬≠ter aus¬≠w√§h¬≠len zu las¬≠sen. Zwei¬≠fel¬≠los wird es in dem Zeit¬≠al¬≠ter, das dem unse¬≠ren folgt, vie¬≠le √§hn¬≠li¬≠che Ver¬≠hal¬≠tens¬≠wei¬≠sen geben. 

Auch wer¬≠den die mate¬≠ri¬≠el¬≠len Hin¬≠ter¬≠las¬≠sen¬≠schaf¬≠ten des Indus¬≠trie¬≠zeit¬≠al¬≠ters nicht aus¬≠schlie√ü¬≠lich als Roh¬≠ma¬≠te¬≠ria¬≠li¬≠en genutzt wer¬≠den. Vie¬≠le Tech¬≠no¬≠lo¬≠gien, die unter deindus¬≠tri¬≠el¬≠len Bedin¬≠gun¬≠gen nicht mehr repro¬≠du¬≠zier¬≠bar sind, wer¬≠den wei¬≠ter¬≠hin ver¬≠wen¬≠dungs¬≠f√§¬≠hig sein, √§hn¬≠lich wie bei vie¬≠len mit¬≠tel¬≠al¬≠ter¬≠li¬≠chen St√§d¬≠ten, deren Was¬≠ser¬≠ver¬≠sor¬≠gung auf r√∂mi¬≠schen Aqu√§¬≠duk¬≠ten beruh¬≠te, die sie selbst nicht h√§t¬≠ten bau¬≠en k√∂n¬≠nen. Viel h√§ngt davon ab, in wel¬≠chem Aus¬≠ma√ü und mit wel¬≠cher Geschwin¬≠dig¬≠keit Wis¬≠sen ver¬≠lo¬≠ren geht; an Orten, die irgend¬≠ei¬≠ne Art von funk¬≠ti¬≠ons¬≠f√§¬≠hi¬≠ger Elek¬≠tri¬≠zi¬≠t√§ts¬≠er¬≠zeu¬≠gung auf¬≠recht erhal¬≠ten k√∂n¬≠nen, wird man in der Lage sein, Alt¬≠ge¬≠r√§¬≠te nut¬≠zen zu k√∂n¬≠nen, f√ľr deren Nut¬≠zung Elek¬≠tri¬≠zi¬≠t√§t erfor¬≠der¬≠lich ist. Hier und dort wer¬≠den ver¬≠mut¬≠lich noch mit Bio¬≠die¬≠sel oder Etha¬≠nol betrie¬≠be¬≠ne Ver¬≠bren¬≠nungs¬≠mo¬≠to¬≠ren ver¬≠f√ľg¬≠bar sein; in einer deindus¬≠tria¬≠li¬≠sier¬≠ten Welt wird die F√§hig¬≠keit, sol¬≠che Tech¬≠no¬≠lo¬≠gien ein¬≠set¬≠zen zu k√∂n¬≠nen, ver¬≠mut¬≠lich eine sehr wirk¬≠sa¬≠me Quel¬≠le wirt¬≠schaft¬≠li¬≠cher und poli¬≠ti¬≠scher Macht dar¬≠stel¬≠len ‚Äď und dies allein garan¬≠tiert, dass sie auch ein¬≠ge¬≠setzt werden. 

Wie das ihm vor¬≠an¬≠ge¬≠hen¬≠de Zeit¬≠al¬≠ter der Man¬≠gel-Indus¬≠trie¬≠ge¬≠sell¬≠schaft ist aller¬≠dings auch das Zeit¬≠al¬≠ter der Aus¬≠schlach¬≠tung selbst¬≠be¬≠gren¬≠zend, da die zugrun¬≠de lie¬≠gen¬≠de Wirt¬≠schafts¬≠wei¬≠se die Ersch√∂p¬≠fung der zugrun¬≠de lie¬≠gen¬≠den Res¬≠sour¬≠cen garan¬≠tiert. Letz¬≠ten Endes und trotz unge¬≠z√§hl¬≠ter Repa¬≠ra¬≠tu¬≠ren und Wie¬≠der¬≠zu¬≠sam¬≠men¬≠set¬≠zun¬≠gen wer¬≠den die Maschi¬≠nen der Alten Zeit ihren Dienst ver¬≠sa¬≠gen; es wird kei¬≠ne unkrau¬≠t¬≠√ľber¬≠wu¬≠cher¬≠ten Lager¬≠h√§u¬≠ser und seit lan¬≠gem ver¬≠las¬≠se¬≠nen Vor¬≠st√§d¬≠te mehr geben, deren tech¬≠ni¬≠sche Ein¬≠rich¬≠tun¬≠gen man aus¬≠schlach¬≠ten k√∂nn¬≠te, und irgend¬≠wann ‚Äď obwohl die¬≠ser letz¬≠te Punkt Jahr¬≠tau¬≠sen¬≠de dau¬≠ern kann ‚Äď wer¬≠den selbst die Rui¬≠nen der St√§d¬≠te kein Metall mehr her¬≠ge¬≠ben. Im Ver¬≠lauf die¬≠ses lan¬≠gen Pro¬≠zes¬≠ses der Ersch√∂p¬≠fung wer¬≠den die √∂ko¬≠tech¬≠ni¬≠schen Gesell¬≠schaf¬≠ten der fer¬≠nen Zukunft Gestalt anneh¬≠men. Im Bei¬≠trag der n√§chs¬≠ten Woche wer¬≠de ich eini¬≠ge der Fra¬≠gen behan¬≠deln, um die es bei die¬≠sem letz¬≠ten Epo¬≠chen¬≠wan¬≠del geht. 

24. Okto¬≠ber 2007 

http://thearchdruidreport.blogspot.com/2007/10/age-of-salvage-societies.html