Jedes Jahr zu Herbst¬≠be¬≠ginn spie¬≠len sich in der klei¬≠nen Stadt, die ein paar Kilo¬≠me¬≠ter wei¬≠ter fluss¬≠auf¬≠w√§rts liegt, wun¬≠der¬≠li¬≠che Sze¬≠nen ab: Men¬≠schen jeden Alters und jeder Pro¬≠fes¬≠si¬≠on wer¬≠fen sich in Leder, Ket¬≠ten¬≠hemd und Zobel¬≠pel¬≠z¬≠imi¬≠tat, um zwei Tage lang die G√§ss¬≠chen des alten Burg¬≠fle¬≠ckens mit einem ‚ÄúMit¬≠tel¬≠al¬≠ter¬≠markt‚ÄĚ zu bele¬≠ben, der mit dem ech¬≠ten Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter in etwa so viel zu tun hat wie der Musi¬≠kan¬≠ten¬≠stadl mit wirk¬≠li¬≠cher Volks¬≠mu¬≠sik. Zum Auf¬≠takt schrei¬≠tet der Graf, der hier im 15. Jahr¬≠hun¬≠dert tat¬≠s√§ch¬≠lich resi¬≠dier¬≠te, von Bru¬≠der Bischof und Toch¬≠ter Non¬≠ne beglei¬≠tet auf den Platz und er√∂ff¬≠net das Spek¬≠ta¬≠kel, das angeb¬≠lich zu Ehren sei¬≠ner Toch¬≠ter abge¬≠hal¬≠ten wird, die in der Spiel¬≠hand¬≠lung soeben zur √Ąbtis¬≠sin ihres Kon¬≠vents erho¬≠ben wur¬≠de. Sp√§¬≠ter tau¬≠chen in der Regel noch ein Min¬≠ne¬≠s√§n¬≠ger auf, dann diver¬≠se Musik¬≠grup¬≠pen, die mit Trom¬≠mel und Schal¬≠mei zum Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter-Folk auf¬≠spie¬≠len, dann tap¬≠fe¬≠re Rit¬≠ter, die sich in Erman¬≠ge¬≠lung einer ech¬≠ten Tur¬≠nier¬≠bahn Stroh¬≠s√§¬≠cke um die Ohren hau¬≠en, und schlie√ü¬≠lich zieht sp√§t nachts eine aben¬≠teu¬≠er¬≠lich aus¬≠staf¬≠fier¬≠te Bitt- und Bu√ü¬≠pro¬≠zes¬≠si¬≠on samt Pest¬≠kar¬≠ren und laut¬≠hals st√∂h¬≠nen¬≠den Kran¬≠ken durch die Markt¬≠stra¬≠√üen bis an den Fluss. Danach wird ordent¬≠lich Met getrunken.

√Ėrt¬≠li¬≠chen Tra¬≠di¬≠tio¬≠nen ist das nicht gera¬≠de ver¬≠pflich¬≠tet ‚Äď im Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter kann¬≠te man hier wie in vie¬≠len Orten Nord¬≠deutsch¬≠lands einen j√§hr¬≠li¬≠chen ‚ÄúFrei¬≠markt‚ÄĚ, der zu Petri Ket¬≠ten¬≠fei¬≠er (1. August) abge¬≠hal¬≠ten wur¬≠de; M√§rk¬≠te au√üer¬≠halb der Regel waren ein eher sel¬≠te¬≠nes Ph√§¬≠no¬≠men. Und nur, weil eine Gra¬≠fen¬≠toch¬≠ter die Lei¬≠tung eines Klos¬≠ters √ľber¬≠nahm, h√§t¬≠te der Papa sicher nicht extra eine der¬≠ar¬≠ti¬≠ge Gro√ü¬≠ver¬≠an¬≠stal¬≠tung ins Leben geru¬≠fen. Das wur¬≠de schlicht erwar¬≠tet ‚Äď wozu sonst h√§t¬≠te er dem Klos¬≠ter eine gro√ü¬≠z√ľ¬≠gi¬≠ge j√§hr¬≠li¬≠che Geld¬≠ren¬≠te √ľber¬≠schrie¬≠ben? Auch die von den Ver¬≠an¬≠stal¬≠tern gespro¬≠che¬≠ne ‚ÄúMarkt¬≠spra¬≠che‚ÄĚ, ein put¬≠zi¬≠ges Kau¬≠der¬≠welsch aus Luther- und Barock¬≠deutsch (‚ÄúGebe er mir zwei Sil¬≠ber¬≠lin¬≠ge, dass Ein¬≠lass sei!‚ÄĚ), hat so rein gar nicht mit¬≠tel¬≠al¬≠ter¬≠li¬≠ches, denn in die¬≠ser Epo¬≠che sprach (und schrieb) man hier¬≠zu¬≠lan¬≠de Mit¬≠tel¬≠nie¬≠der¬≠deutsch, den alt¬≠ehr¬≠w√ľr¬≠di¬≠gen Vor¬≠fah¬≠ren des heu¬≠ti¬≠gen Platt¬≠deut¬≠schen. Und dann die Kos¬≠t√ľ¬≠me! Einer sieht aus wie ein Wikin¬≠ger, der n√§chs¬≠te wie ein ent¬≠fern¬≠ter Vet¬≠ter Albrecht D√ľrers, eine drit¬≠te hat sich beim Out¬≠fit von Vam¬≠pi¬≠rel¬≠la inspi¬≠rie¬≠ren las¬≠sen, und zu guter Letzt bie¬≠gen auch noch ein paar Pira¬≠ten um die Ecke, die es irgend¬≠wie von der Schild¬≠kr√∂¬≠ten¬≠in¬≠sel hier¬≠her ver¬≠schla¬≠gen hat.

Dem Enthu¬≠si¬≠as¬≠mus von Mit¬≠wir¬≠ken¬≠den und Zuschau¬≠ern tut das nicht den gerings¬≠ten Abbruch. Im Gegen¬≠teil, das Spek¬≠ta¬≠kel erfreut sich gr√∂√ü¬≠ter Beliebt¬≠heit ‚Äď bei klei¬≠nen Jungs, die ihre V√§ter zum Stand mit den Pappr√ľs¬≠tun¬≠gen zer¬≠ren, eben¬≠so wie bei Leh¬≠re¬≠rin¬≠nen, die sich in lan¬≠ge Samt¬≠ge¬≠w√§n¬≠der h√ľl¬≠len und ein Wochen¬≠en¬≠de lang das Spinn¬≠rad antrei¬≠ben, und Ver¬≠wal¬≠tungs¬≠fach¬≠an¬≠ge¬≠stell¬≠ten, die sich einen Topf¬≠helm auf¬≠set¬≠zen, eine Hel¬≠le¬≠bar¬≠de in die Hand neh¬≠men und br√ľl¬≠lend Befeh¬≠le ertei¬≠len. Irgend¬≠et¬≠was am Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter fasziniert.

Wenn die fal¬≠schen Rit¬≠ter und Pest¬≠kran¬≠ken sich ihre krat¬≠zi¬≠gen Lei¬≠nen¬≠hem¬≠den √ľber¬≠wer¬≠fen, haben ein paar Kilo¬≠me¬≠ter wei¬≠ter s√ľd¬≠lich die, wie man in Bay¬≠ern sagt, ganz Vogel¬≠wil¬≠den schon wie¬≠der ihre Sachen gepackt und sich auf den Heim¬≠weg gemacht. Acht¬≠tau¬≠send sol¬≠len es angeb¬≠lich sein, die sich all¬≠j√§hr¬≠lich f√ľr ein paar Tage im August als Pala¬≠di¬≠ne, Drui¬≠den, Bar¬≠ba¬≠ren, Orks, Unto¬≠te oder Ele¬≠men¬≠tar¬≠we¬≠sen des Feu¬≠ers ver¬≠klei¬≠den und sich auf den Wei¬≠den eines alten Guts¬≠hofs gegen¬≠sei¬≠tig Gum¬≠mi¬≠schwer¬≠ter um die Ohren hau¬≠en. Sie tau¬≠chen ab in das mit Ana¬≠bo¬≠li¬≠ka auf¬≠ge¬≠pump¬≠te Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter der Fan¬≠ta¬≠sy-B√ľcher und ‚ÄĎCom¬≠pu¬≠ter¬≠spie¬≠le, suchen nach Kraft¬≠kris¬≠tal¬≠len oder Zwer¬≠gen¬≠sch√§t¬≠zen, schmie¬≠den Alli¬≠an¬≠zen zwi¬≠schen Gro√ü¬≠f√ľrs¬≠ten und Hohe¬≠pries¬≠te¬≠rin¬≠nen oder ver¬≠su¬≠chen, das Sie¬≠gel der Alten zu bre¬≠chen, um am Ende (was auch sonst?) das B√∂se zu besie¬≠gen. Die Kos¬≠t√ľ¬≠me sind aus¬≠ge¬≠feil¬≠ter, aber noch unhis¬≠to¬≠ri¬≠scher als auf dem Gra¬≠fen¬≠markt, daf√ľr darf man sich hier hem¬≠mungs¬≠los nekro¬≠phi¬≠len und blut¬≠d√ľrs¬≠ti¬≠gen Phan¬≠tas¬≠te¬≠rei¬≠en hin¬≠ge¬≠ben und so tun, als sei der alte Eichen¬≠s√ľn¬≠der des Guts¬≠hofs ein Zau¬≠ber¬≠wald vol¬≠ler Dun¬≠kel¬≠el¬≠fen und Wargs.

Die Sze¬≠ne ist irgend¬≠wann aus den Pen-und-Paper- bzw. PC-Rol¬≠len¬≠spie¬≠len her¬≠vor¬≠ge¬≠gan¬≠gen. Man ver¬≠setzt sich nicht nur im Geis¬≠te in sei¬≠nen Spie¬≠le-Ava¬≠tar, son¬≠dern ver¬≠k√∂r¬≠pert die¬≠sen sozu¬≠sa¬≠gen selbst. Da aber die F√§hig¬≠kei¬≠ten eines Cha¬≠rak¬≠ters in einem Rol¬≠len¬≠spiel durch ein recht kom¬≠pli¬≠zier¬≠tes Punk¬≠te- und Regel¬≠sys¬≠tem fest¬≠ge¬≠legt sind, kann man nicht ein¬≠fach los¬≠zie¬≠hen und tat¬≠s√§ch¬≠li¬≠che Aben¬≠teu¬≠er erle¬≠ben (die ja nur des¬≠we¬≠gen aben¬≠teu¬≠er¬≠lich sind, weil man wirk¬≠lich etwas aufs Spiel setzt), son¬≠dern bewegt sich in einer mehr oder weni¬≠ger fest¬≠ge¬≠leg¬≠ten Geschich¬≠te, deren Ablauf von der Spiel¬≠lei¬≠tung mit¬≠hil¬≠fe der ‚ÄúNicht-Spie¬≠ler-Cha¬≠rak¬≠te¬≠re‚ÄĚ gesteu¬≠ert wird. Und wenn einem die Skill-Punk¬≠te zum Meu¬≠chel¬≠mord feh¬≠len, nutzt einem auch das kunst¬≠fer¬≠tigs¬≠te Real¬≠welt-Anschlei¬≠chen an den Feind nichts, wenn der gera¬≠de mit einem Zau¬≠ber¬≠trank sei¬≠nen Intui¬≠ti¬≠ons¬≠wert erh√∂ht hat und den √úber¬≠fall m√ľhe¬≠los abweh¬≠ren kann.

Dass man mich da nicht miss¬≠ver¬≠steht: Ich habe nichts gegen das Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter. Schlie√ü¬≠lich bin ich aus¬≠ge¬≠bil¬≠de¬≠ter His¬≠to¬≠ri¬≠ker, das hei√üt ich m√∂ch¬≠te wis¬≠sen, war¬≠um alles im Ver¬≠lauf der Zeit so gewor¬≠den ist, wie es ist. Vie¬≠le Ph√§¬≠no¬≠me¬≠ne der Jetzt¬≠zeit aber ver¬≠steht man erst, wenn man ihre Wur¬≠zeln kennt, und die lie¬≠gen nun mal f√ľr unse¬≠re Brei¬≠ten¬≠gra¬≠de im Wesent¬≠li¬≠chen in die¬≠ser Epo¬≠che. Von daher ist das Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter sogar mei¬≠ne Lieb¬≠lings¬≠zeit‚Ķ! Ich bin auch Eska¬≠pis¬≠mus in Form von Fan¬≠ta¬≠sy-RPGs gegen¬≠√ľber nicht abge¬≠neigt und habe schon so man¬≠chen elek¬≠tro¬≠ni¬≠schen Pixel-Ork mit einem eben¬≠so elek¬≠tro¬≠ni¬≠schen Pixel-Zwei¬≠h√§n¬≠der plus Feu¬≠er¬≠ball-Zau¬≠ber in die ewi¬≠gen Jagd¬≠gr√ľn¬≠de geschickt. Ich lese sogar alle drei, vier Jahr den Herrn der Rin¬≠ge von vor¬≠ne bis hin¬≠ten durch, obwohl ich die Geschich¬≠te so lang¬≠sam nun wirk¬≠lich aus¬≠wen¬≠dig ken¬≠ne. Trotz¬≠dem ver¬≠sp√ľ¬≠re ich bei bei¬≠den oben genann¬≠ten Ver¬≠an¬≠stal¬≠tun¬≠gen ein gewis¬≠ses Befremden.

Zun√§chst ein¬≠mal war ja das ech¬≠te Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter f√ľr die meis¬≠ten Men¬≠schen, die es tat¬≠s√§ch¬≠lich erlebt haben, kei¬≠ne beson¬≠ders sch√∂¬≠ne Zeit. Wer nicht schon als Kind an einer der vie¬≠len Krank¬≠hei¬≠ten oder in den zahl¬≠lo¬≠sen klei¬≠nen Kriegs¬≠hand¬≠lun¬≠gen ver¬≠starb, den erwar¬≠te¬≠te ein kur¬≠zes Leben vol¬≠ler Kno¬≠chen¬≠ar¬≠beit, Hun¬≠ger und Schmutz. Die meis¬≠ten Men¬≠schen waren kei¬≠ne strah¬≠len¬≠den Rit¬≠ter, gelehr¬≠ten M√∂n¬≠che oder umher¬≠schwei¬≠fen¬≠de Aben¬≠teu¬≠rer, son¬≠dern elen¬≠de Bau¬≠ern, die oft mit Leib und Leben ihrem Herrn ver¬≠schrie¬≠ben waren und jedes Jahr im Som¬≠mer von neu¬≠em zit¬≠ter¬≠ten, ob die Ern¬≠te dies¬≠mal aus¬≠rei¬≠chen w√ľr¬≠de, um die Abga¬≠ben zu zah¬≠len. Fah¬≠ren¬≠de Rit¬≠ter waren in der Regel arme Schlu¬≠cker, die bei den gro¬≠√üen Her¬≠ren um ein Lehen bet¬≠tel¬≠ten, das ihnen ein eini¬≠ger¬≠ma¬≠√üen ertr√§g¬≠li¬≠ches Leben im Alter bie¬≠ten konn¬≠te. Vagan¬≠ten und Spiel¬≠leu¬≠te waren ehr¬≠los und ver¬≠femt. Eine R√ľs¬≠tung kos¬≠te¬≠te so viel wie ein paar Dut¬≠zend Och¬≠sen, und Frau¬≠en in unab¬≠h√§n¬≠gi¬≠gen gesell¬≠schaft¬≠li¬≠chen Rol¬≠len waren wenn √ľber¬≠haupt nur in den luf¬≠ti¬≠gen Sph√§¬≠ren des Hoch¬≠adels oder im Halb¬≠dun¬≠kel schw√ľ¬≠len Dunst der Bade¬≠stu¬≠ben zu fin¬≠den. Wenn man es wag¬≠te, eige¬≠ne Ansich¬≠ten √ľber Gott und die Welt zu haben, muss¬≠te man sie vor den Scher¬≠gen der Kir¬≠che ver¬≠ber¬≠gen oder dem siche¬≠ren Tod als Ket¬≠zer ins Auge sehen. Wer woll¬≠te in sol¬≠chen Zei¬≠ten leben‚Ķ!?

Dar¬≠√ľber hin¬≠aus hat man es hier nat√ľr¬≠li¬≠che mit der¬≠sel¬≠ben Fremd¬≠scham zu tun, die einen bef√§llt, wenn man erwach¬≠se¬≠nen Men¬≠schen begeg¬≠net, die sich am Wochen¬≠en¬≠de als India¬≠ner, r√∂mi¬≠sche Legio¬≠n√§¬≠re oder Pan¬≠zer¬≠gre¬≠na¬≠die¬≠re des 2. Welt¬≠kriegs ver¬≠klei¬≠den. Nat√ľr¬≠lich kann man an einer Geschich¬≠te, und sei sie noch abstrus, im Geis¬≠te in einem extrem hohen Grad teil¬≠ha¬≠ben, aber selbst so tun, als erle¬≠be man sie? Das Adre¬≠na¬≠lin, das man beim Spie¬≠len eines PC-Adven¬≠tures oder beim Lesen eines span¬≠nen¬≠den Thril¬≠lers aus¬≠sch√ľt¬≠tet, ist ja gera¬≠de des¬≠we¬≠gen echt, weil man sich im Vor¬≠gang des Spie¬≠lens oder Lesens in der Abs¬≠trak¬≠ti¬≠on der eige¬≠nen Vor¬≠stel¬≠lungs¬≠welt mit den Prot¬≠ago¬≠nis¬≠ten iden¬≠ti¬≠fi¬≠ziert, die ja jeder¬≠zeit im Ver¬≠lauf ihrer Aben¬≠teu¬≠er das Leben ver¬≠lie¬≠ren k√∂nn¬≠ten. Wie span¬≠nend aber kann es sein, selbst zu einer fik¬≠ti¬≠ven Figur zu wer¬≠den, deren Schick¬≠sal eben nicht durch die eige¬≠nen, son¬≠dern fik¬≠tiv zuge¬≠schrie¬≠be¬≠ne Eigen¬≠schaf¬≠ten bestimmt wird? Schau¬≠spie¬≠ler k√∂n¬≠nen das, es ist ihr Beruf, aber es muss Zuschau¬≠er geben, die mit ihnen mit¬≠fie¬≠bern, sonst kann die Fik¬≠ti¬≠on nicht wirken.

Trotz¬≠dem ‚Äď alles, was Men¬≠schen tun, hat irgend¬≠ei¬≠nen Sinn. Wel¬≠cher also ist es hier?

Sicher¬≠lich spielt der erw√§hn¬≠te Eska¬≠pis¬≠mus eine gewis¬≠se Rol¬≠le. Das war schon bei eini¬≠gen mei¬≠ner Kom¬≠mi¬≠li¬≠to¬≠nen so, die nicht des¬≠we¬≠gen Geschich¬≠te stu¬≠dier¬≠ten, weil sie irgend¬≠ei¬≠ne Art von Erkennt¬≠nis¬≠in¬≠ter¬≠es¬≠se geplagt h√§t¬≠te, son¬≠dern weil die sich ger¬≠ne ‚Äúin ver¬≠gan¬≠ge¬≠ne Zei¬≠ten hin¬≠ein¬≠ver¬≠setz¬≠ten‚ÄĚ. (Ach, ihr wacke¬≠ren All¬≠g√§u¬≠er Lehr¬≠amt¬≠skan¬≠di¬≠da¬≠ten‚Ķ!) Die moder¬≠nen Indus¬≠trie¬≠staa¬≠ten erm√∂g¬≠li¬≠chen ihren Bewoh¬≠nern ein Leben im √úber¬≠fluss der mate¬≠ri¬≠el¬≠len M√∂g¬≠lich¬≠kei¬≠ten, ohne Hun¬≠ger und Not, fried¬≠vol¬≠ler als je zuvor in der Mensch¬≠heits¬≠ge¬≠schich¬≠te. Nicht ein¬≠mal die Gei¬≠√üel des Krie¬≠ges ken¬≠nen wir noch, die unse¬≠re Vor¬≠fah¬≠ren noch alle paar Jah¬≠re oder wenigs¬≠tens Jahr¬≠zehn¬≠te mit Tod, Gewalt und Pesti¬≠lenz heim¬≠such¬≠te. Im Gegen¬≠teil, wir haben ein lan¬≠ges Leben, in dem wir Ein¬≠dr√ľ¬≠cke sam¬≠meln und Erfah¬≠run¬≠gen machen k√∂nnen.

Aber eines ist die¬≠ses Leben nicht: selbst¬≠be¬≠stimmt. Jeder ist nur ein klei¬≠ner Bestand¬≠teil einer rie¬≠si¬≠gen, m√∂g¬≠lichst ratio¬≠nal orga¬≠ni¬≠sier¬≠ten Maschi¬≠ne, die der Her¬≠vor¬≠brin¬≠gung von Waren und Dienst¬≠leis¬≠tun¬≠gen dient, und in der Regel kann man sei¬≠ne Rol¬≠le in die¬≠sem R√§der¬≠werk nur aus¬≠f√ľl¬≠len, wenn man so ver¬≠n√ľnf¬≠tig wie m√∂g¬≠lich sei¬≠ne Auf¬≠ga¬≠ben erle¬≠digt. Das ist der faus¬≠ti¬≠sche Pakt, den jeder ein¬≠ge¬≠hen muss, um nicht unter besag¬≠te R√§der zu kom¬≠men, und die √úber¬≠be¬≠to¬≠nung der Ratio im All¬≠tag f√ľhrt nat√ľr¬≠lich ten¬≠den¬≠zi¬≠ell dazu, dass man in der arbeits¬≠frei¬≠en Zeit umso hef¬≠ti¬≠ger die Z√ľgel schie¬≠√üen l√§sst und sich einem v√∂l¬≠lig sinn¬≠ent¬≠leer¬≠ten Hedo¬≠nis¬≠mus (Par¬≠ty! Par¬≠ty!) oder sons¬≠ti¬≠gen Spiel¬≠ar¬≠ten der Regres¬≠si¬≠on hin¬≠gibt, von denen Live-Rol¬≠len¬≠spie¬≠le oder Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter-Ree¬≠nact¬≠ment ein¬≠fach nur zwei beson¬≠ders exzen¬≠tri¬≠sche Vari¬≠an¬≠ten w√§ren.

Ich schrei¬≠be aus¬≠dr√ľck¬≠lich ‚Äúw√§ren‚ÄĚ. Denn die sym¬≠pa¬≠thi¬≠sche Ernst¬≠haf¬≠tig¬≠keit, die beson¬≠ders die Live-Rol¬≠len¬≠spie¬≠ler (jeden¬≠falls die in dem Film Wochen¬≠end¬≠krie¬≠ger gezeig¬≠ten Ver¬≠tre¬≠ter die¬≠ser Spe¬≠zi¬≠es) aus¬≠zeich¬≠net, spricht nicht unbe¬≠dingt daf√ľr, dass wir es hier ein¬≠fach nur mit √ľber¬≠spann¬≠ten Zivi¬≠li¬≠sa¬≠ti¬≠ons¬≠fl√ľcht¬≠lin¬≠gen zu tun haben, die sich ein paar Tage lang in Con¬≠an, den Bar¬≠ba¬≠ren oder Lilith, die Erz¬≠d√§¬≠mo¬≠nin ver¬≠wan¬≠deln, um der Tret¬≠m√ľh¬≠le des All¬≠tags zu ent¬≠kom¬≠men. Die all¬≠um¬≠fas¬≠sen¬≠de iro¬≠ni¬≠sche Distanz, mit der sich unse¬≠re heu¬≠ti¬≠ge Jugend vor jeder Art von Ernst¬≠haf¬≠tig¬≠keit oder Nach¬≠den¬≠ken √ľber das neo¬≠li¬≠be¬≠ra¬≠le R√§der¬≠werk, bei dem sie ‚Äď halb hin¬≠ge¬≠zo¬≠gen, halb sich str√§u¬≠bend ‚Äď mit¬≠ma¬≠chen muss, zu sch√ľt¬≠zen sucht, fin¬≠det man aus¬≠ge¬≠rech¬≠net hier √ľber¬≠haupt nicht. Ganz im Gegen¬≠teil: LAR¬≠Per sind offen¬≠bar √ľber¬≠durch¬≠schnitt¬≠lich intel¬≠li¬≠gent, sozi¬≠al hoch¬≠kom¬≠pe¬≠tent und reflek¬≠tie¬≠ren das, was sie tun, mit Begeis¬≠te¬≠rung und Sach¬≠ver¬≠stand. Mehr noch, sie erfor¬≠schen in ihren Rol¬≠len¬≠spie¬≠len Sei¬≠ten ihrer Per¬≠s√∂n¬≠lich¬≠keit, die in ihrem ‚Äúnor¬≠ma¬≠len‚ÄĚ Leben offen¬≠bar zu kurz kom¬≠men, und sind wom√∂g¬≠lich aus¬≠ge¬≠gli¬≠che¬≠ner und mit sich selbst bes¬≠ser im Rei¬≠nen als wir armen Nicht-LARPer.

Was also bewegt sie? Was ist ihr Geheim¬≠nis? Als eine der Rol¬≠len¬≠spie¬≠le¬≠rin¬≠nen in dem erw√§hn¬≠ten Film Wochen¬≠end¬≠krie¬≠ger nach der Moti¬≠va¬≠ti¬≠on gefragt wird, sich so auf¬≠w√§n¬≠dig als Elfen¬≠k√∂¬≠ni¬≠gin aus¬≠zu¬≠staf¬≠fie¬≠ren, macht sie eine inter¬≠es¬≠san¬≠te Bemer¬≠kung: ‚ÄúDer Mensch sehnt sich ja doch nach irgend¬≠et¬≠was, das gr√∂¬≠√üer ist als man selbst.‚ÄĚ Also ‚Ķ nach einer Gott¬≠heit? Nach der Vor¬≠se¬≠hung? Soll¬≠te hier ein Bed√ľrf¬≠nis ver¬≠su¬≠chen, sich Bahn zu schaf¬≠fen, das letz¬≠ten Endes eigent¬≠lich reli¬≠gi√∂¬≠ser Natur ist? Schon die aus¬≠ge¬≠feil¬≠te fik¬≠ti¬≠ve Mytho¬≠lo¬≠gie hin¬≠ter den Live-Rol¬≠len¬≠spie¬≠len, bei denen nicht nur ein umfang¬≠rei¬≠ches Regel¬≠werk zum Ein¬≠satz kommt, son¬≠dern auch Unmen¬≠gen von Ein¬≠fl√ľs¬≠sen aus den ver¬≠schie¬≠dens¬≠ten kul¬≠tu¬≠rel¬≠len, magi¬≠schen und reli¬≠gi√∂¬≠sen Tra¬≠di¬≠tio¬≠nen ihre Wir¬≠kung ent¬≠fal¬≠ten, spricht f√ľr die¬≠se Deu¬≠tung. Die G√∂t¬≠ter stei¬≠gen in Form von Ava¬≠taren in die Welt der Men¬≠schen hin¬≠ab wie im Hin¬≠du¬≠is¬≠mus, in der Regel ist die aus¬≠ge¬≠dach¬≠te Welt von einem hei¬≠li¬≠gen Ener¬≠gie¬≠prin¬≠zip erf√ľllt, das dem Mana der S√ľd¬≠see¬≠in¬≠su¬≠la¬≠ner oder dem grie¬≠chi¬≠schen Pneu¬≠ma gleicht und von ‚ÄúZau¬≠be¬≠rern‚ÄĚ und ‚ÄúDrui¬≠den‚ÄĚ genutzt wer¬≠den kann, und wenn man das rich¬≠ti¬≠ge Ritu¬≠al mit dem rich¬≠ti¬≠gen Grad an magi¬≠scher Kon¬≠zen¬≠tra¬≠ti¬≠ons¬≠f√§¬≠hig¬≠keit aus¬≠f√ľhrt kann man sogar Anie¬≠sha Fey, die ers¬≠te Toch¬≠ter der Nega¬≠ti¬≠on bezwin¬≠gen. Von den f√ľr Boss¬≠k√§mp¬≠fe zust√§n¬≠di¬≠gen D√§mo¬≠nen, deren Namen oft aus der kab¬≠ba¬≠lis¬≠ti¬≠schen Tra¬≠di¬≠ti¬≠on ent¬≠lehnt sind, ganz zu schweigen.

Also eine Art Pseu¬≠do-Reli¬≠gi¬≠on? Aber wel¬≠che Reli¬≠gi¬≠on, wenn man ihre Grund¬≠la¬≠gen n√§her unter¬≠sucht, w√§re nicht ‚Äúpseu¬≠do‚ÄĚ? Man fin¬≠det, wenn man die viel¬≠f√§l¬≠ti¬≠gen √§u√üe¬≠ren Erschei¬≠nungs¬≠for¬≠men der Mit¬≠wir¬≠ken¬≠den eines Live-Rol¬≠len¬≠spiel (oder sogar eines Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter¬≠markts) auf ihre gemein¬≠sa¬≠men Urspr√ľn¬≠ge zur√ľck¬≠f√ľhrt, tat¬≠s√§ch¬≠lich nichts wei¬≠ter als die Arche¬≠ty¬≠pen, die Carl Gus¬≠tav Jung im kol¬≠lek¬≠ti¬≠ven Unbe¬≠wuss¬≠ten der Mensch¬≠heit ver¬≠or¬≠te¬≠te und deren Pro¬≠jek¬≠ti¬≠on nach au√üen in G√∂t¬≠ter und Geis¬≠ter die Grund¬≠la¬≠ge jeder Reli¬≠gi¬≠on sind, ob eta¬≠bliert oder nicht: den wei¬≠sen Alten, die b√∂se Hexe, die m√§ch¬≠ti¬≠ge Mut¬≠ter, den strah¬≠len¬≠den Hel¬≠den, den Schat¬≠ten, den Wil¬≠den Mann, die Mai¬≠en¬≠k√∂¬≠ni¬≠gin, die G√∂t¬≠tin der Jagd, √ľber¬≠haupt jede Art von Ani¬≠ma ‚Äď der gan¬≠ze Geis¬≠ter- und G√∂t¬≠ter¬≠zoo von Ani¬≠mis¬≠mus und Poly¬≠the¬≠is¬≠mus tritt uns hier ent¬≠ge¬≠gen, und er tr√§gt ech¬≠te R√ľs¬≠tun¬≠gen und fal¬≠sche Spitz¬≠oh¬≠ren. Die Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter¬≠sze¬≠ne ist hier sozu¬≠sa¬≠gen die Vor¬≠stu¬≠fe, weil es eigent¬≠lich nur um eine m√∂g¬≠lichst authen¬≠ti¬≠sche Kos¬≠t√ľ¬≠mie¬≠rung geht, aber die LAR¬≠Per gehen dann den kon¬≠se¬≠quen¬≠ten n√§chs¬≠ten Schritt. Jeder der Mit¬≠wir¬≠ken¬≠den eines Live-Rol¬≠len¬≠spiels ist irgend¬≠wie im Auf¬≠trag einer h√∂he¬≠ren Macht unter¬≠wegs, und jeder fin¬≠det dort wenigs¬≠tens andeu¬≠tungs¬≠wei¬≠se etwas, das nur die Reli¬≠gi¬≠on bie¬≠ten kann: Sinn. Es mag albern sein, Anie¬≠sha Fey besie¬≠gen zu wol¬≠len, aber wenn man dazu beru¬≠fen ist, was soll man machen? Jeder hat sein Schicksal.

Nicht zuf√§l¬≠lig geht der Auf¬≠stieg des Fan¬≠ta¬≠sy-Gen¬≠res mit dem Abstieg des Chris¬≠ten¬≠tums in Euro¬≠pa ein¬≠her. Es d√ľrf¬≠te heu¬≠te selbst im hin¬≠ters¬≠ten Ober¬≠bay¬≠ern schwer sein, noch jeman¬≠den zu fin¬≠den, der so inbr√ľns¬≠tig und gl√ľ¬≠hend an Gott, die Mut¬≠ter Maria und die Hei¬≠li¬≠gen glaubt, wie dies vie¬≠le Men¬≠schen im tat¬≠s√§ch¬≠li¬≠chen Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter getan haben. Aber das hat unse¬≠ren Hun¬≠ger auf das Numi¬≠no¬≠se nicht besei¬≠ti¬≠gen k√∂n¬≠nen. Und es hat immer mehr dazu gef√ľhrt, dass wir uns unser magisch-mythi¬≠sches Zeit¬≠al¬≠ter, die Ahnen¬≠zeit, die noch jede mensch¬≠li¬≠che Kul¬≠tur hat¬≠te, selbst zusam¬≠men¬≠zim¬≠mern. Und nichts ande¬≠res ist wohl die¬≠se Tra¬≠ves¬≠tie, die auf den Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter¬≠m√§rk¬≠ten auf¬≠ge¬≠f√ľhrt und bei den Live-Rol¬≠len¬≠spie¬≠len ins Absur¬≠de gestei¬≠gert wird, als die Traum¬≠zeit der Moder¬≠ne. Eine Welt, die nie¬≠mals war, aber immer ist. Eine Sehn¬≠sucht nach h√∂he¬≠rer Bedeu¬≠tung, nach reli¬≠gi√∂¬≠sem Ritu¬≠al, die nir¬≠gends sonst mehr befrie¬≠digt wird. Die ers¬≠ten Schrit¬≠te auf dem Weg zur√ľck in eine Welt, die uns nach der Auf¬≠kl√§¬≠rung f√ľr immer ver¬≠schlos¬≠sen schien. Wenn die fr√ľ¬≠he Sci¬≠ence Fic¬≠tion mit ihren galak¬≠ti¬≠schen Erobe¬≠run¬≠gen eine fik¬≠ti¬≠ve Fort¬≠schrei¬≠bung des impe¬≠ria¬≠lis¬≠ti¬≠schen Zeit¬≠al¬≠ters nach des¬≠sen Ende ist, spielt die Fan¬≠ta¬≠sy die Rol¬≠le des Reli¬≠gi¬≠ons¬≠er¬≠sat¬≠zes nach dem Tod Gottes.

Es hat also auch gar kei¬≠nen Sinn, die man¬≠geln¬≠de his¬≠to¬≠ri¬≠sche Authen¬≠ti¬≠zi¬≠t√§t die¬≠ser Ver¬≠an¬≠stal¬≠tun¬≠gen zu bekla¬≠gen. Eben¬≠so k√∂nn¬≠te man den Teil¬≠neh¬≠mern eines St.-Martin-Zuges vor¬≠wer¬≠fen, dass die vom Mar¬≠tins-Dar¬≠stel¬≠ler getra¬≠ge¬≠ne R√ľs¬≠tung im 4. Jahr¬≠hun¬≠dert nicht gebr√§uch¬≠lich war und die R√∂mer damals noch nicht so gro¬≠√üe Pfer¬≠de hat¬≠ten. Und dass die Geschich¬≠te mit dem Bett¬≠ler und dem Man¬≠tel sowie¬≠so blo√ü aus¬≠ge¬≠dacht ist. Es geht hier viel¬≠mehr um eine inne¬≠re Wahr¬≠heit, die dem rei¬≠nen His¬≠to¬≠ri¬≠ker fremd blei¬≠ben muss, um das halb bewuss¬≠te Ein¬≠tau¬≠chen in eine Welt, bei der das Inners¬≠te nach Au√üen pro¬≠ji¬≠ziert wird. Um geleb¬≠tes Ritual.

Puh…

Der ein¬≠gangs erw√§hn¬≠te Graf w√§r¬≠te also das Urbild des ‚ÄúWei¬≠sen Herr¬≠schers‚ÄĚ, sein Bru¬≠der, der Bischof jenes des ‚ÄúMagi¬≠ers‚ÄĚ, die Toch¬≠ter w√§re die ‚ÄúHohe¬≠pries¬≠te¬≠rin‚ÄĚ, die ver¬≠sam¬≠mel¬≠ten Rit¬≠ter alles Inkar¬≠na¬≠tio¬≠nen des ‚ÄúStrah¬≠len¬≠den Hel¬≠den‚ÄĚ, die Gauk¬≠ler sol¬≠che des ‚ÄúNar¬≠ren‚ÄĚ, und selbst die Pira¬≠ten h√§t¬≠ten noch ihre Rol¬≠le, n√§m¬≠lich die des ‚Äúrebel¬≠li¬≠schen Engels‚ÄĚ in der Tra¬≠di¬≠ti¬≠on Luzi¬≠fers. Man k√∂nn¬≠te ein gan¬≠zes Tarot-Blatt aus ihnen machen.

Soll¬≠te das also schon die Ant¬≠wort sein? Mit¬≠tel¬≠al¬≠ter-Ree¬≠nact¬≠ment und LARP-Cons als sozu¬≠sa¬≠gen frei¬≠re¬≠li¬≠gi√∂¬≠se Erwe¬≠ckungs¬≠tref¬≠fen, deren Teil¬≠neh¬≠mer in den kol¬≠lek¬≠tiv orga¬≠ni¬≠sier¬≠ten Kon¬≠takt mit den tiefs¬≠ten see¬≠li¬≠schen Kr√§f¬≠ten in sich selbst tre¬≠ten? Ich den¬≠ke, es ist zumin¬≠dest ein Teil der Ant¬≠wort. Im n√§chs¬≠ten Text die¬≠ser Rei¬≠he wer¬≠de ich aller¬≠dings unter¬≠su¬≠chen, ob es nicht noch einen ande¬≠ren Grund f√ľr die Mit¬≠tel¬≠al¬≠tersehn¬≠sucht gibt, n√§m¬≠lich den, dass das Zeit¬≠al¬≠ter uns eine Auf¬≠ga¬≠be gege¬≠ben hat, die wir immer noch nicht gel√∂st haben. Ins¬≠be¬≠son¬≠de¬≠re wird es um die Idee des Hei¬≠li¬≠gen Grals gehen, den Zau¬≠be¬≠rer Mer¬≠lin und die Fra¬≠ge, was bei¬≠de mit der Sehn¬≠sucht nach see¬≠li¬≠scher Ganz¬≠heit und der √úber¬≠win¬≠dung des Chris¬≠ten¬≠tums zu tun haben. Blei¬≠ben Sie also dran!

 

Fak¬≠ten, Daten, Hintergr√ľnde:

Was ist Mittelalter-Reenactment?

Was ist ein Live-Rollenspiel?

Was sind Archetypen?

C.G. Jung-Taschen¬≠buch¬≠aus¬≠ga¬≠be: Arche¬≠ty¬≠pen, M√ľn¬≠chen 2001